Tour de France 2018: Alle Teams, ihre Fahrer und Ziele (2/3)

Tour de France 2018: Alle Teams, ihre Fahrer und Ziele (2/3)

Radsport: Die Aufgebote der Tour de France Teams 2018 stehen fest. 22 Mannschaften haben je acht Fahrer nominiert. Nach unserem ersten Teil der Teamvorstellung widmen wir uns nun denjenigen Tour de France Teams, welche einen Topsprinter in ihren eigenen Reihen haben. Mit dabei: das deutsche Team Bora-hansgrohe.

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Quick-Step Floors: Gaviria und Alaphilippe garantieren Etappensiege

Die Mannschaft Quick-Step Floors ist auch im Jahr 2018 die erfolgreichste in der WorldTour. Zahlreiche Klassiker, Halbklassiker und Eintagesrennen konnten gewonnen werden. Sogar beim Giro d’Italia war man mit fünf Siegen das dominierende Team. Jetzt schickt man ein komplett anderes Aufgebot zur Tour de France, welches angeführt wird von Top-Sprinter Fernando Gaviria und Flèche Wallonne-Sieger Julian Alaphilippe. Beide garantieren eine erfolgreiche Rundfahrt, da sie in ihrem Gebiet zu den stärksten Fahrern der Welt gehören. Bei acht Flachetappen hat Gaviria beste Chancen, das ein oder andere Teilstück zu gewinnen. Alaphilippe liegt die Muur-de-Bretagne ebenso wie die Etappe nach Mende. Und auch der Rest des Tour de France Teams kann sich – natürlich – mehr als sehen lassen. Maximiliano Richeze wird die Sprints anfahren, während Niki Terpstra und Yves Lampaert für die Sprints sorgen werden. Gleichzeitig zählen sie auf der neunten Etappe nach Roubaix zu den Favoriten auf den Tagessieg. Bob Jungels ist der Mann für das Gesamtklassement. Er wird hauptsächlich unterstützt von Tim Declercq. Und dann wäre da noch Philippe Gilbert, der zwar nicht mehr ganz so stark ist wie in seinen früheren Tagen, doch auf hügeligem Terrain ist mit ihm immer noch zu rechnen.

Groupama-FDJ: Sieben Mann für Arnaud Démare

Nicht annähernd so vielseitig aufgestellt wie Quick-Step Floors ist die Mannschaft Groupama-FDJ. Die französische Equipe konzentriert sich voll und ganz auf die Massensprints. Mit Arnaud Démare hat man einen der schnellsten Männer der Welt in den eigenen Reihen. Im vergangenen Jahr gewann er das Teilstück nach Vittel, auf dem Mark Cavendish und Peter Sagan aneinandergeraten sind. Mehr war für Démare auf Grund der Dominanz von Marcel Kittel nicht zu holen. 2018 kann sich dies nun ändern, da es vermutlich keinen klaren Sprint-Dominator geben wird. Daher schenkt man Démare einmal mehr das Vertrauen, so dass er direkt sieben Helfer an seine Seite gestellt bekommt. Jacopo Guarnieri gilt selbst als ausgezeichneter Sprinter, wird sich aber ebenso in die Dienste seines Kapitäns stellen, wie Olivier Le Gac, Tobias Ludvigsson, Rudy Molard, Ramon Sinkeldam und Arthur Vichot. Einzig David Gaudu wird auf den Flachetappen wohl etwas geschont. Ihm möchte man vor allem auf den hügeligen Teilstücken die Chance auf einen Etappensieg geben.

LottoNL-Jumbo: Von Jahr zu Jahr stärker

Zweifelsohne gehört die Mannschaft LottoNL-Jumbo zu den interessantesten Tour de France Teams 2018. Die niederländische Equipe hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert. Während man sich früher bereits über einen einfachen Etappensieg freuen durfte, sind die Ambitionen mittlerweile steil nach oben gegangen. Kein Wunder, denn mit Dylan Groenewegen hat man einen der besten Sprinter in den eigenen Reihen. Zusätzlich greift LottoNL-Jumbo mit Steven Kruijswijk und Primoz Roglic nach dem Gelben Trikot – und damit ist nicht das eigene gelb-schwarze Jersey gemeint. Außerdem dürfen wir den erst 24-jährigen Antwan Tolhoek beobachten, der sich zuletzt stark in den Bergen präsentiert hat. Auf den deutschen Paul Martens kommen ebenso Helferaufgaben zu, wie dem erfahrenen Robert Gesink. Amund Grondahl Jansen und Timo Roosen komplettieren das starke Aufgebot. LottoNL-Jumbo werden wir also 2018 nicht nur in den Sprints sehen, sondern auch im Hochgebirge.

Foto: Carla Vos/Cor Vos © 2017

Katusha-Alpecin: Hohe Erwartungen, viele Fragezeichen

Beim Team Katusha-Alpecin läuft im Jahr 2018 wenig zusammen. Lediglich vier Siege stehen nach über sechs Monaten zu Buche. Das ist deutlich zu wenig für eine Mannschaft mit so vielen Spitzenfahrern. Sicher hat sich auch Marcel Kittel seinen Wechsel etwas einfacher vorgestellt. Das deutsche Gespann mit ihm, Anfahrer Rick Zabel und Tony Martin sorgte bislang lediglich für zwei Siege. Fünf Etappen gewann Kittel im Vorjahr für Quick-Step Floors allein bei der Tour de France. Nun muss er aus seinem vielleicht größten Tief in seiner Karriere herausfinden und zumindest konkurrenzfähig werden. Nach allem was wir in den vergangenen Wochen gesehen haben, sieht es aber eher nicht danach aus. Sollte Kittel nicht pünktlich zu seiner Leistungsfähigkeit zurückfinden, kann Katusha-Alpecin auch auf die Berge hoffen. Mit Ilnur Zakarin hat man nämlich einen absoluten Podiumskandidaten in den eigenen Reihen. Der Russe fuhr in der vergangenen Saison auf Rang #5 beim Giro d’Italia und auf #3 bei der Vuelta a Espana. Er darf sich vor allem auf die Unterstützung von Robert Kiserlovski freuen. Ian Boswell, Pavel Kochetkov und Nils Politt werden sowohl Zakarin, als auch Kittel auf den jeweiligen Etappen zuarbeiten.

Dimension Data: Mark Cavendish will die #34

Wenn Mark Cavendish am 7. Juli die Tour de France beginnt, fährt er nicht nur gegen seine neben ihm fahrenden Kontrahenten. Vor allem im Blick hat der Brite Eddy Merckx. Dieser steht bei 34 Etappensiegen bei der Frankreich-Rundfahrt. Cavendish steht aktuell bei 30. Da 2018 insgesamt acht Flachetappen auf dem Programm stehen, könnte Mark Cavendish den Rekord von Merckx knacken. Dafür muss sich der mittlerweile 33-Jährige aber mächtig steigern. Lediglich ein Rennen konnte er in dieser Saison gewinnen, ebenso wie im Jahr zuvor. Unwahrscheinlich, dass er nun bei der Tour de France die Sprintankünfte dominieren wird. Dennoch setzt die Teamleitung von Dimension Data alles auf den Briten. Neben seinem Anfahrer Mark Renshaw werden ihn vor allem Robert Thomson, Julien Vermote und Reinardt Janse Van Rensburg unterstützen. Serge Pauwels und Tom Jelte Slagter hingegen freuen sich auf die hügeligen Etappen, wo sie gewiss einen Freifahrtsschein bekommen werden. Nicht zu unterschätzen ist einmal mehr Edvald Boasson Hagen. Der Allrounder wird dann im Sprint eingesetzt, wenn Mark Cavendish nicht mehr mit dabei ist.

Lotto Soudal: Weit mehr als ein reines Sprinter-Team

In den vergangenen Jahren hat sich das Team Lotto Soudal vor allem als Team für Massensprints hervorgetan. André Greipel hat das in ihn gesetzte Vertrauen mit zahlreichen Siegen zurückgezahlt. Mehr und mehr hat sich die belgische Mannschaft jedoch zu einem Team der Allrounder entwickelt. Einen klaren Klassementfahrer gibt es nicht, doch mit Tiesj Benoot haben sie auf jeden Fall einen talentierten Jungprofi nominiert. Mehr als nur einmal in Fluchtgruppen sehen werden wir vermutlich Thomas De Gendt. Der Ausreißer-König könnte sogar auf das Bergtrikot schielen. Neben ihm sind auch Tomasz Marczynski und Jelle Vanender zu beachten, so bald die Etappen nicht mehr tellerflach sind. Lotto Soudal wird also zweifelsohne eines der aktiveren Tour de France Teams 2018 sein. Ist es flach, fährt man für einen Massensprint für André Greipel. Wird es hügeliger oder gar bergig, werden sie immer einen Mann in die Fluchtgruppe schicken. Neben den bereits genannten Kandidaten könnten dafür auch Jasper de Buyst, Jens Keukeleire und Anfahrer Marcel Sieberg in Frage kommen.

Bora-hansgrohe: Sagan und Majka wissen wie’s geht

Die Geschichte der Tour de France aus den vergangenen Jahren kann nicht erzählt werden, ohne die Namen Peter Sagan und Rafal Majka zu nennen. Während der Slowake das Grüne Trikot gleich fünfmal hintereinander gewinnen konnte, sicherte sich der Pole zweimal das Bergtrikot. Selbstverständlich haben sich die beiden auch die ein oder andere Etappe geholt. Genau darauf baut die Mannschaft Bora-hansgrohe auch in diesem Jahr, nachdem es im Vorjahr eher weniger gut gelaufen ist. Möglich auch, dass sich Rafal Majka voll und ganz auf die Gesamtwertung kontrollieren wird, wo ein Rang auf dem Podium zwar möglich ist, nach seinen zuletzt gezeigten Leistungen aber schwierig werden dürfte. Auf Unterstützung wird Majka in den Bergen allerdings nicht bauen können, da die Mannschaft nicht auf ihn zugeschnitten wurde. Maciej Bodnar, Marcus Burghardt, Gregor Mühlberger, Daniel Oss, Pawel Poljanski und Lukas Pöstlberger sind nicht für das Hochgebirge geeignet, sondern können ein Rennen in der Ebene kontrollieren und somit Sagan zum sechsten Grünen Trikot verhelfen.

Sagan Peter Tour Down Under

Cofidis: Christophe Laporte wird Nacer Bouhanni vorgezogen

Die Karriere von Nacer Bouhanni hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Der französische Sprinter wurden aus dem Aufgebot gestrichen und wird nicht teil des Tour de France Teams sein. 2016 hat er die Frankreich-Rundfahrt verpasst, weil er sich wenige Tage vor dem Start eine Handverletzung bei einer Schlägerei zugezogen hat. Nun wurde er von seiner Mannschaft nicht nominiert, obwohl er eigentlich fit und gesund gewesen wäre. Bei Cofidis entschied man sich auf Grund der gezeigten Leistungen für Christophe Laporte. Dieser konnte in dieser Saison bereits sechs Siege einfahren und wird von der Teamleitung wohl als stärker eingeschätzt. Dennoch scheint man sich bei Cofidis darüber im Klaren zu sein, dass auf den acht Flachetappen keine großen Siegchancen bestehen. Eine richtige Sprinter-Truppe hat man Laporte nämlich nicht zur Seite gestellt. Mit Dimitri Claeys gibt es eigentlich nur einen wirklichen Helfer für ihn, während Anthony Turgis und Julien Simon zwar ebenfalls helfen werden, aber auf etwas schwierigeren Etappen auch selbst zum Kapitän aufsteigen könnten. Komplettiert wird das Aufgebot durch Nicolas Edet, Jesus Herrada, Daniel Navarro und Anthony Perez eher mit guten Kletterern. Es ist also davon auszugehen, dass wir die roten Cofidis-Trikots in vielen Fluchtgruppen sehen werden.

über den Autor

Michael Behringer

Radsport - Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael. Im Jahr 1996 hat Michael seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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