Radsport Saisonvorschau: Movistar befindet sich am Scheideweg

Radsport Saisonvorschau: Movistar befindet sich am Scheideweg

Radsport: Beim Team Movistar fährt 2019 der Weltmeister. Trotz einer erneut überragenden Saison von Alejandro Valverde kann die spanische Equipe mit der Gesamtleistung nicht zufrieden sein. Obwohl 27 Siege eingefahren werden konnten, erwartet die Teamleitung 2019 noch mehr. Wir sehen dies jedoch eher skeptisch.

Movistar 2018: Valverde überstrahlt sie auch mit 38 alle

Das Team Movistar existiert bereits seit dem Jahr 1980 und ist damit eines der ältesten Radsportteams der Welt. Gegründet wurde es damals unter dem Namen Reynolds, gefolgt von Banesto, Illes Balears und Caisse d’Epargne. Seit 2011 dreht die Mannschaft unter dem Hauptsponsor Movistar seine Runden. Das Telefonkommunikationsunternehmen wird bis mindestens 2021 bleiben. Es wäre übertrieben zu sagen, dass Alejandro Valverde von Beginn an mit dabei war, doch seit der Saison 2005 fährt er für diese spanische Equipe. Geboren wurde er im Gründungsjahr 1980 – und 2018 ist er zum ersten Mal Weltmeister geworden. Kaum ein Radsportfan hat sich nicht für den sympathischen Mann aus Murcia gefreut. Allgemein war es ein gutes Jahr für ihn: Er gewann neben dem Regenbogentrikot die Valencia-Rundfahrt, die Abu Dhabi Tour, die Katalonien-Rundfahrt und zwei Etappen sowie die Punktewertung bei der Vuelta a Espana. Bei selbiger wurde er außerdem Fünfter in der Gesamtwertung – und all das mit 38 Jahren. Damit war er erfolgreichster Profi der Mannschaft Movistar. Insgesamt lief das Jahr für die spanische Equipe aber eher weniger gut. Die Ansprüche sind einfach riesig und konnten nicht erfüllt werden. Nairo Quintana zum Beispiel verpasste das Podium bei zwei großen Landesrundfahrten deutlich. Ein Etappensieg bei der Tour de France ist für seine Qualitäten zu wenig. Auch Mikel Landa konnte die Erwartungen nicht erfüllen. Immerhin wussten die jungen Marc Soler und Richard Carapaz zu überzeugen.

Transfers: Kaum Veränderungen zu erkennen

Vergleicht man den Kader der Saison 2018 mit dem der Saison 2019, wird man bei Movistar kaum nennenswerte Veränderungen feststellen. Die Abgänge haben – so hart es auch klingen mag – ihre Leistung ohnehin nicht gebracht. Die Neulinge sind etwas stärker einzuschätzen, werden das Team aber auch nicht auf ein noch besseres Level hieven können. Die Spanier Lluis Mas, Eduard Prades und Carlos Verona werden in den ansteigenden Gefilden ihren Job machen, während der Belgier Jürgen Roelandts auf die Klassiker und Eintagesrennen schielen dürfte. Für die absoluten Top-Ergebnisse werden aber weiterhin diejenigen Fahrer zuständig sein, welche bereits in den vergangenen Jahren für Movistar unterwegs waren.

 AbgängeZugänge
Dayer Quintana (Wilier – Triestina)Carlos Verona (Mitchelton – Scott)
Victor de la Parte (CCC) Lluis Guillermo Mas (Caja Rural – Seguros RGA)
Nuno Miguel Bico (Burgos – BH)Eduard Prades (Euskadi Basque Country – Murias)
Jürgen Roelandts (BMC)

Movistar 2019: Es wird kein einfaches Jahr werden

Nach all den Jahren ist man eine Topleistung von Alejandro Valverde über das gesamte Jahr hinweg gewohnt. Doch der Spanier ist nun Weltmeister und wird 39 Jahre alt. Irgendwann wird der Moment kommen, in dem er die in ihn gesteckten Erwartungen nicht mehr erfüllen kann. Nehmen wir die Ergebnisse von Valverde aus der Berechnung heraus, könnte es für Movistar ein sehr schwieriges Jahr werden. Nairo Quintana findet schon seit Jahren nicht mehr zu seiner Topform. Können er und Mikel Landa die – früher oder später – entstehende Lücke von Alejandro Valverde nicht schließen, ruhen alle Hoffnungen plötzlich auf den ganz jungen Profis. Doch sind Richard Carapaz und Marc Soler tatsächlich schon so weit, um in die Fußstapfen der ganz Großen zu treten? Ohne Zweifel wird Movistar auch 2019 wieder einige Siege einfahren, doch die Ambitionen dieser Mannschaft müssen stets sein, eines der besten Teams der WorldTour zu sein. Hinter diesem Vorhaben muss jedoch ein großes Fragezeichen markiert werden.

über den Autor

Michael Behringer

Radsport - Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael. Im Jahr 1996 hat Michael seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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