Test: BMC Roadmachine X – So viel Rennrad wie möglich!
Foto von Michael Faiß

Test: BMC Roadmachine X – So viel Rennrad wie möglich!

Test: Die BMC Roadmachine sorgte bei ihrer Markteinführung vor einigen Jahren für Aufsehen – der Straßen-Allrounder verwischte erfolgreich die Grenzen zwischen Racing, Endurance, Aero und Tour. Da ist es nur logisch, dass eine solch universelle Plattform mit der BMC Roadmachine X auch ihre Gravel-Ableger bekommt. Ob das Rad ebenso überzeugen kann, wie sein Asphalt-Pendant?

BMC Roadmachine X: Die Fakten

Rahmenmaterial: Aluminium
Laufradgröße(n): 700c
Reifenfreiheit: 35mm (700c)
Achsmaß (v/h): 12×100 / 142×12
Schutzblechösen: Ja
Gepäckträgerösen (v/h): Nein / Ja
Flaschenhalter: Unterrohr oben, Sitzrohr

Gewicht Laufräder v/h (mit Reifen, Kassette und Bremsscheiben): 1.490g / 2.170g
Gewicht Komplettrad ohne Pedale (Größe M):
9,38kg
Preis: 2.299 Euro

BMC Roadmachine X:

Sind wir Zeugen des Aussterbens der klassischen Rennmaschine? Wer sich das BMC besieht, könnte glatt auf den Gedanken kommen, dass Felgenbremsen und schmale Reifen bald passé sind. Zumal beides zusammenhängt: 30 mm breite Reifen sind das Äußerste, was in ein Rennrad klassischer Bauart passt, und wir wissen ja, wie weit man damit abseits des Asphalts kommt.
Andererseits: Wie viel ist nötig, um die Straßen-Runde auf den einen oder anderen Feldweg und festgewalzte Schotterstraßen auszudehnen? Zwei Zoll breite Pneus braucht es dazu nicht – 34 mm reichen locker, zumal, wenn Reifen und Felgen Tubeless-tauglich und damit durchschlagsicher und stichfest sind.

Geometrie BMC Roadmachine X

475154565861
Sitzrohr (in mm)465490533548564600
Oberrohr horizontal (in mm)532539554564579594
Steuerrohr (in mm)128154172186205228
Kettenstrebe (in mm)420420420420420420
Radstand (in mm)99810071016102410341044
Lenkwinkel (in °)70.570.571.571.57272.5
Sitzwinkel (in °)73.573.573.573.573.573.5
Reach (in mm)376376385391400408
Stack (in mm)525550571585604628
Rahmen
Roadmachine X
Gabel
Roadmachine X Carbon
Laufräder
Mavic Allroad Disc UST
Reifen
WTB Exposure 34mm
Schaltwerk
Sram Rival 1
Schalthebel
Sram Rival 1
Kurbel
Sram Rival 1 40t
Umwerfer
Ohne
Bremse
Sram Rival HRD
Sattelstütze
BMC RSP 03
Sattel
Selle Royal 2075 HRN
Vorbau
BMC RSM 01
Lenker
BMC RAB 03

Und damit erschließt sich der Charme der Roadmachine X: Das Rad vereint so viel Rennrad wie möglich mit so viel Offroad-Tauglichkeit wie nötig. Das erkennt man bereits an der Geometrie, die sich mit deutlicher Überhöhung und merklicher Streckung am sportlichen Straßenrad orientiert. So wirkt das BMC agil und spritzig, wobei es Komfort aus der geschmeidigen Bereifung holt. Die bietet mit glatter Lauffläche plus Schulterstollen einen guten Kompromiss aus Leichtlauf und Offroad-Grip; nur bei Schräglage auf Asphalt kommt das Profil an seine Grenzen. Außerdem sehen die Reifen mit der cremefarbenen Seitenwand und hellem Nahtschutzband schön klassisch aus.

Die Schweizer verbauen nicht den leichtesten, aber einen der besten Radsätze im Testfeld: Die noch recht jungen Mavic Allroad UST (zum Test) mit hakenloser, innen sehr breiter Felge sind optimal für Reifen im Cross- oder Gravel-Format. Auch die komplette Sram Rival gefällt, wobei man Interessenten nahelegen möchte, eine zweite Kassette zu kaufen: 11-42 ist für schnelle Einheiten auf der Straße dann doch zu grob abgestuft; hier sollte man auf 11-32 oder gar 11-28 umrüsten. Ansonsten gilt: Mit einem Rad wie dem BMC Roadmachine X verabschiedet man sich gerne von der Rennmaschine klassischer Bauart.

BMC Roadmachine X

BMC Roadmachine X: Let’s Gravel

Die BMC Roadmachine X zeigt sich schon auf den ersten Blick von seiner besten Seite. Der hochwertige und gut verarbeitete Rahmen aus Aluminium lässt sich nur schwer von der Konkurenz aus Carbon unterscheiden. Deweiteren kann man recht schnell erkennen, dass es sich bei der Roadmachine X um einen sehr sportlichen Gravelracer handelt, was nicht zuletzt an der Geometrie mit viel Überhöhung liegt.

Genau so sportlich wie es aussieht fährt sich das BMC dann auch. Dank geringem Gewicht und guter Steifigkeit sind knackige Anstiege kein Problem und die Beschleunigung erstklassig. Hinzukommt, dass der Gravelrenner ausgesprochen agil und direkt unterwegs ist, was sich allerdings auch beim Komfort bemerkbar macht. Zwar werden durch den tiefergesetzten Hinterbau und die leicht gekrümmte Gabel Schläge abgemildert aber dennoch nicht gänzlich aus der Welt geschafft.

Gerade diejenigen, die aber so richtig Gas geben möchten, finden in der BMC Roadmachine X einen willkommenen Partner. Denn auch das Setup trägt zum sportlichen Fahrgefühl bei. Mit einer kompletten Sram Rival Gruppe ist man bestens gewappnet und auch die Mavic Allroad UST Laufräder machen einen grandiosen Job und zählen mit zu den besten Laufradsätzen im gesamten Testfeld. Auch die Reifen passen gut ins Bild und bieten mit geringem Rollwiderstand auf der Straße und einer guten Haftung auf Schotter- und Waldwegen (fast) alles wonach man für den sportiven Einsatz sucht. Geht es aber auch wurzligere Passagen oder Waldboden bei Nässe stoßen auch diese schnell an ihre Grenzen.

Durch die sportive Geometrie und Ausstattung wird die BMC Roadmachine X sicherlich nicht die erste Wahl für Bikepacking Abenteuer werden, nichtsdestotrotz bietet der Rahmen eine gute Anzahl an Befestigungsmöglichkeiten für Gepäckträger, Taschen und sämtliche Halterungen.

Fazit: BMC Roadmachine X

Gesamtwertung

78%

Preis-/Leistung

74%

Pro

Sehr sportliche Performance
Gelungenes Gesamtkonzept
Ausstattung (Schaltung&Laufradsatz)

Contra

Komfort leicht vernachlässigt
Sitzposition für lange Ausfahrten zu sportlich

Fakten

Rahmenmaterial
Aluminium
Bremse
Scheibenbremse Hydraulisch
Gewicht
9,38kg
Preis
2.299 Euro
Web
EnduranceRace
 
Die BMC Roadmachine X ist unserer Meinung nach eines der sportivsten Räder im Testfeld, welches auch als Rennrad mit vielen Gravelfeatures gesehen werden kann. Dennoch geht das Konzept gerade für Schnellfahrer und alle, die gerne Gas geben, auf. Sicherlich kann man auch komfortabler unterwegs sein, was aber nicht das oberste Ziel der Roadmachine ist. Eine hochwertige Ausstattung mit SRAM Rival und Mavic Laufradsatz runden eine gelungenes Gesamtpaket ab.

über den Autor

Florian Nowak

Florian Nowak ist Radprofi auf EuropeTour Ebene und war schon bei vielen internationalen Rennen am Start. Bei der deutschen Meisterschaft 2017 war er bester nicht WorldTour Profi auf Platz 7 und konnte sich somit für die Tour de L'Avenir und die Weltmeisterschaften empfehlen. Er fühlt sich aber nicht nur auf dem Rennrad wohl, immer wieder zieht es ihn auch ins Gelände. Neben dem Sport arbeitet er an seinem zweiten Standbein und hat sein BWL Studium an der LMU München abgeschlossen.

Caspar Gebel

Caspar Gebel, Jahrgang 1968, sitzt seit 35 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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