How to Gravel? – Alles rund um’s Gravelbike

How to Gravel? – Alles rund um’s Gravelbike

Der Herbst ist da, die Tage werden kühler und so mancher Radsportbegeisterter schwingt sich seit neuestem auf sein Gravelbike. Aber was genau ist eigentlich ein Gravelbike, was muss ich wissen, wofür brauche ich ein solches Rad und was brauche ich um beim „Graveln“ so richtig durchstarten zu können.

Was ist eigentlich ein Gravelbike ?

Die Idee hinter Gravelbikes ist eigentlich ganz einfach. Neben normalen Straßen sollen auch unbefestigte Feld- und Waldwege befahren werden können, um somit mehr Freiheit auf den Ausfahrten genießen zu können und sich nicht immer mit lästigem Verkehr auseinandersetzen zu müssen.

Gravelbikes: Die Frage nach der richtigen Geometrie

Die Gravelbikes haben meist eine etwas gemäßigtere Geometrie als Cyclocrosser. Hier gibt es teilweise auch Unterschiede bei Steuer- und Sitzrohrwinkel. Daraus resultiert, dass ein Gravelbike oft nicht ganz so wendig, dafür aber vermehrt auf Laufruhe ausgelegt ist um Strecke zu machen. Für die längeren Ausfahrten sind Gravelbikes auch darauf bedacht einen gewissen Komfort zu bieten. Hierfür sind die Steuerrohre am Gravelbike tendenziell etwas länger, was eine aufrechtere Sitzposition erlaubt.

Gravelbikes: Welcher Reifen passt am besten?

Ein ganz wichtiger Punkt beim Thema Gravelbike ist auch die Bereifung. Hier werden meist ab 35 mm dicke Reifen mit ordentlichem Profil verbaut. Aber auch Semislicks werden gerne verwendet, um einen ansprechenden Rollwiderstand beim Straßeneinsatz zu erlauben. Aber auch 29″ Reifen, also ähnlich oder sogar genau gleich wie beim Mountainbike sind möglich, um über richtig unruhigen Untergrund fahren zu können.

Gravelbikes: Umwerfer oder nicht?

Auch das Thema Übersetzung spielt beim Gravelbike eine große Rolle. Hier kommt es wie bei vielen der obigen Punkten darauf an, wofür man sein Bike tatsächlich nutzen will. Wer längere Aufahrten unternehmen möchte und zum Ziel hat, Strecke zu machen, sollte sich vergewissern, dass die Übersetztung groß genug ist um es ordentlich Rollen zu lassen. Hier sind Schaltungen mit nur einem Kettenblatt und einer normalen Abstufung hinten völlig ausreichend. Soll es aber auch mal länger bergauf gehen sollte man zumindest auf eine entsprechende Kassette achten oder sogar an eine Zweifach-Kurbel denken.

Die meisten Gravelbikes lassen sich mit und ohne Umwerfer fahren.

Gravelbikes: Achtet auf die Ösen

Ein weiteres Feature von Gravelbikes sind Montageösen am Rad, um zusätzliche Flaschenhalter und sogar Gepäckträger sowie Taschen für Radreise und Mehrtagestouren anzubringen. Hier gilt es vor dem Kauf genau hinzusehen: Während einige Räder Montage-Vollgas geben und Ösen für Gepäckträger vorn und hinten, drei oder mehr Flaschenhalter, Oberrohrtaschen und mehr bieten, lassen sich an anderen lediglich Schutzbleche anbringen.

Einige Räder wie das Ghost Fire Road Rage erlauben sogar die Montage von Frontgepäckträgern.

Wofür brauche ich ein Gravelbike ?

Nachdem wir schon mal geklärt haben, was so alles in einem Gravelbike streckt, stellt sich natürlich auch gleich die Frage, wofür ich so ein Rad überhaupt brauche. Diese Frage kann eigentlich gar nicht so genau beantwortet werden, denn das Einsatzgebiet bleibt letztendlich jedem selbst überlassen.

Alternative für Roadies

Zum einen kann das Gravelbike eine willkommene Alternative für Rennradfahrer sein, die auf ihren gewohnten Routen über Asphalt auch mal einen kleinen Abstecher in den Wald oder über eine Forststraße unternehmen wollen. Hier kann ein Gravelbike mit entsprechender Übersetzung und nur leicht profilierten Reifen den zusätzlichen Spaßfaktor bieten.

Speed für den MTBler

Am anderen Ende des Spektrums steht der Mountainbiker, der gerne in gemäßigtem Terrain etwas flotter unterwegs sein möchte. Klar kann man mit einem normalen MTB auch auf der Straße fahren. Mit einem entsprechend bereiften Gravelbike ist man jedoch deutlich schneller unterwegs und kann auch einen leichten Trail mitnehmen.

Flotte Bikepacker

Zu guter Letzt sind Gravelbikes auch eine gute Wahl für Bikepacking- und Abenteuerfreunde. Vielen von ihnen bieten eine entspannte Geometrie, die auch bei Mehrtagestouren nicht anstrengend wird und den Entdecker-Trieb des Fahrers fordert. Entsprechende Montagemöglichkeiten für Gepäck vorausgesetzt, steht also dem Abenteuer nichts im Weg.

Was brauche ich um richtig zu Graveln ?

Auch diese Frage kann man nicht so pauschal beantworten, denn auch das hängt natürlich wieder stark vom Einsatzgebiet ab. Wer vermehrt auf der Straße fahren möchte und nur ab und an die Möglichkeit nutzen will, einen Abstecker in den Wald zu machen oder einen unbesfestigten Weg zu fahren, der wird vermutlich auf ein leicht abgeändertes Rennradsetup setzen und sich mit normalen Rennradpedalen bzw. -schuhen sowie nur leicht profilierten Reifen und einer schnellen Übersetzung am wohlsten Fühlen.

Für alle die sich aber so richtig dem Gravelspaß hingeben wollen, empfiehlt sich unserer Meinung nach eher ein offroad-orientiertes Setup. Dies geht schon bei klassischen MTB-Pedalen und Schuhen los, da man mit diesen einfach flexibler ist und auch mal ein paar Meter zu Fuß gehen kann. Zudem sollte man sich auch Gedanken machen, ob das eigene Gravelbike die richtige Bereifung hat oder ob ein Wechsel zu mehr Grip oder zu weniger Rollwiderstand Sinn machen könnte.

Natürlich gilt es auch zu bedenken, ob man das richtige Werkzeug dabei hat, um im Fall der Fälle handeln zu können. Hier geht es um Punkte wie: Habe ich den richtigen Ersatzschlauch? die richtige Pumpe? das passende Minitool?

Auch beim Thema Bekleidung nimmt sich die Industrie bereits dem Thema Gravelbikes an und stellt vermehrt spezielle Klamotten für den Gravel-Einsatz vor. So beispielsweise die Firma Löffler oder der italienische Hersteller Sportful, welcher mit seiner neuen Giara Gravel Linie dem sportiven Gravelbiker ein passendes Outfit aus hochwertigen und robusten Materialien bietet und dabei für mehr Komfort, Performance, Stauraum und somit auch für mehr Spaß sorgt.

über den Autor

Florian Nowak

Florian Nowak ist Radprofi auf EuropeTour Ebene und war schon bei vielen internationalen Rennen am Start. Bei der deutschen Meisterschaft 2017 war er bester nicht WorldTour Profi auf Platz 7 und konnte sich somit für die Tour de L'Avenir und die Weltmeisterschaften empfehlen. Er fühlt sich aber nicht nur auf dem Rennrad wohl, immer wieder zieht es ihn auch ins Gelände. Neben dem Sport arbeitet er an seinem zweiten Standbein und hat sein BWL Studium an der LMU München abgeschlossen.

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