Test: Fizik Arione Reihe – Der perfekte Sattel für jedes Einsatzgebiet

Test: Fizik Arione Reihe – Der perfekte Sattel für jedes Einsatzgebiet

Test: Sättel sind auf den ersten Blick doch alle irgendwie gleich. Befasst man sich aber intensiver mit der Thematik und probiert sogar verschiedene Modelle aus, kann man relativ schnell feststellen, dass jeder Sattel seine Eigenheiten hat. Dank dem Fizik Spine Konzept soll jeder Fahrer anhand seines individuellen Typs den perfekten Sattel wählen können. Neben der passenden Sattelform bietet Fizik zudem Variationen im Aufbau des Sattels, um ihn auf das jeweilige Einsatzgebiet anzupassen. Wir haben mit dem Fizik Arione R1, dem Arione R3 Regular und dem Arione R3 Open EVO drei verschiedene Modelle aus der Arione-Reihe getestet.

Gleich zu Beginn haben wir uns natürlich die Frage gestellt, was macht einen guten Sattel aus, da es sich ja wie schon erwähnt, um sehr individuelle Punkte dreht. Zum einen war für uns natürlich die Verarbeitung ein ganz wichtiger Punkt, da nichts störender sein kann, als ein faltenwerfendes Obermaterial, welches ziemlich sicher zu Sitzproblemen führen wird. Außerdem spielt in unserem Fall natürlich die Kompatibilität auf das jeweilige Einsatzgebiet eine wichtige Rolle. Gibt es da wirklich Unterschiede, ist der eine Sattel wirklich geeigneter für Gravel-Fahrten und der andere wohl doch eher für den Einsatz auf der Straße konzipiert?!

Fizik

Fizik Spine Konzept

Nach dem Fizik Spine Konzept Evo werden anhand der Flexibilität und der Beckenrotation Fahrertypen bestimmt und infolgedessen der passende Sattel ausgewählt. Denn die Flexibilität der Wirbelsäule und um die Rotation des Beckens bestimmen, welcher Sattel für den jeweiligen Fahrer passt. Hierfür wurden folgende Kategorien benannt:

• Snake – Hat eine hohe Körperflexibilität und keine Beckenrotation beim Treten; braucht einen flachen Sattel, Fizik Arione 
• Chameleon – Zeigt eine mittlere Körperflexibilität und eine niedrige Beckenrotation beim Treten; benötigt ein Zwischenprofil, Fizik Antares.
• Bull – Geringe Körperflexibilität und hohe Beckenrotation beim Treten; braucht einen gewundenen Sattel, Fizik Aliante.

Fizik Arione R1 Versus EVO Regular – Der Highend-Rennfahrer

Der neue Fizik Arione R1 bietet dank der Versus Technologie und des Spine Konzepts ein unvergleichliches Maß an Komfort für Rennradfahrer. Bei gerade einmal 185 Gramm bietet der Sattel eine optimale Mischung aus Leistung, Komfort und geringem Gewicht. Schon bei der Montage fielen uns die angerauten Streben auf welche nach dem Braided Carbon System Entwickelt wurden und dem Sattel deutlich mehr Halt bieten sollen, ohne ihne fester anziehen zu müssen.

Vor allem Vollblutracer kommen mit dem Arione R1 auf ihre Kosten.

Besonderheit des Fizik Arione R1 ist die Technologie der neuen Versus Evo-Serie. Diese kombiniert die bewährten Vorteile des Spine Konzept Evo-Systems und des Versus-Kanals, um Straßenfahrern ein hohes Maß an Komfort zu bieten. Versus ist ein Basiskonzept mit einem ergonomischen Kanal über die gesamte Länge des Sattels. Alle Fizik Versus-Sättel, wie auch der Fizik Arione R3, verfügen über einen 7 mm tiefen Längskanal, um den Druck auf weiches Gewebe zu reduzieren. Somit kann man Druckstellen verhindern und für eine bessere Druckverteilung sorgen, um die Ausfahrten angenehmer zu machen. Auf unseren Testfahrten konnte man deutlich spüren, wie der Druck vom weichen Gewebe genommen und auf die umliegenden Regionen verteilt wird.

Um die Elastizität der Sattelhülle, also des Obermaterials zu erhöhen, wird beim Aufbau des Fizik Arione R1 die abriebfeste Light Microtex-Abdeckung nicht mehr auf das darunterliegende Comfort Core-Polster geklebt, was somit für ein angenehmeres Fahrgefühl sorgt. Hier wurde die gesamte Fizik Versus Evo-Reihe mit einer Carbonverstärkten Nylonschale entworfen, die die strukturelle Flexibilität hat, um sich an die Kräfte anzupassen, die zwischen Fahrer und Straße wirken. An der breitesten Stelle des Sattels passt sich außerdem die sogenannte Wing Flex-Technologie an die Form der Innenschenkel an, wodurch man sich keine Sorgen mehr um Wundreiben an der innen Seite machen muss. Durch die komfortable, sowie extrem leichte Bauweise in Verbindung mit einer guten Druckverteilung sehen wir den Arione R1 Versus EVO gerade für Vollblutrennfahrer und die, die es werden wollen als perfekte Wahl.

Fizik Arione R3 Regular – Der Allrounder

Der Fizik Arione R3 zeichnet sich besonders durch seine Länge aus. Denn er ist länger als jeder andere Sattel und zieht sich komplett flach von der Nase bis zum Sattelende. Dadurch kann man seine optimale Sitzposition finden, da man genug Platz zum Bewegen hat. Etwas störend kann die schmale Nase sein, da sich dort der Druck stark konzentrieren kann. Durch die Länge kann man das Becken aber schon fast so kippen, dass man beinahe auf dem Sattel liegt, was besonders in aerodynamischen Sitzpositionen sehr angenehm sein kann.

Macht auch am Aerorad eine gute Figur: Der Arione R3 Regular.

Technisch gesehen ist der Fizik Arione R3 mit einer zusammengesetzten Nylon-Schale aus Verbundglas ausgestattet, welche eine tolle Unterstützung mit optimierter Steifigkeit bei geringerem Gewicht bietet. Mit der sogenannten Wing-Flex-Technologie wird die Flexibilität an der Sattelaußenkannte verbessert, wo die Oberschenkel des Fahrers auf den Sattel treffen. Mit genau 200 Gramm bietet der Arione R3 dank seiner langen Form breite Einsatzmöglichkeiten und ist besonders für sportive Einsteiger zu empfehlen. Für uns ist dieser Sattel ein kompletter Allrounder, den man überall gut einsetzten kann.

Fizik Arione R3 Open Regular – Der Komfortable

Der Fizik Arione R3 Open zeichnet sich, wie der Name schon verrät besonders, durch seine Öffnung in der Sattelmitte aus. Mit seiner anatomischen Form und der fortschrittlichen Technologie, den Materialien und der hochwertigen Verarbeitung ist der Arione R3 Open ein Sattel für alle, die ein flaches Sattelprofil und einen Ausschnitt wollen, um Druck und Taubheit zu vermeiden. Gerade auf unruhigem Untergrund ist die Aussparung in der Mitte extrem komfortabel ohne an den umliegenden Bereichen unangenehm zu drücken.

Der komfortable Arione R3 Open macht auf dem Gravelbike eine super Figur.

Der Arione R3 Open verfügt über eine kohlenstoffverstärkte Nylon-Verbundschale und eine starke, korrosionsbeständige K:ium-Schiene. Eine Comfort Core-Schaumschicht unter der sauberen, strapazierfähigen Microtex-Hülle sorgt für Komfort, der durch den vollanatomischen Ausschnitt verbessert wird, indem der Druck auf das empfindliche Weichgewebe des Fahrers verringert wird und dafür sorgt, dass er auf der gesamten Satteloberfläche abgestützt wird.

Mit der anatomischen Cut-Out-Form und fortschrittlicher Technologie, Materialien und Verarbeitung, ist der Arione R3 ein Performance-Sattel für diejenigen, die ein flaches Sattelprofil und einen Ausschnitt benötigen, um Druck und zu vermeiden Taubheit. Für uns findet der Sattel aber nicht nur auf längeren Straßenfahrten seinen Einsatz, sondern passt aufgrund seiner Komfortbilität perfekt auf den Crosser oder das Gravelbike. Hier konnten wir während unseres Test die größten Vorteile der Open Technologie feststellen, da zum einen auch auf unruhigem Untergrund der Druck extrem gut verteilt wird und zum anderen durch die Konstruktion des R3 Open auch kleinere Schläge etwas abgedämpft werden.

Fizik ICS – Schnittstelle für mehr Kompatibilität

Jeder der Fizik Sättel besitzt eine ICS-Schnittstelle im Sattelsockel, welche es ermöglicht, ein schnelles und einfaches Anbringen und Entfernen des Integrated Clip System-Zubehörs wie der Fizik Kli:k Satteltaschen oder der Fizik Lumo- und Blin:k-Leuchten, wofür keine Werkzeuge benötigt werden.

WEB: fizik.com

über den Autor

Florian Nowak

Florian Nowak ist Radprofi auf EuropeTour Ebene und war schon bei vielen internationalen Rennen am Start. Bei der deutschen Meisterschaft 2017 war er bester nicht WorldTour Profi auf Platz 7 und konnte sich somit für die Tour de L'Avenir und die Weltmeisterschaften empfehlen. Er fühlt sich aber nicht nur auf dem Rennrad wohl, immer wieder zieht es ihn auch ins Gelände. Neben dem Sport arbeitet er an seinem zweiten Standbein und hat sein BWL Studium an der LMU München abgeschlossen.

Erstelle einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.