Test: HNF-Nicolai XD2 Urban – Ein S-Pedelec im Pendler-Einsatz

Test: HNF-Nicolai XD2 Urban – Ein S-Pedelec im Pendler-Einsatz

Test: Unser Velomotion-Testpendler Stefan durfte in den Frühlingsmonaten April und Mai mit dem HNF-Nicolai XD2 Urban in unübersehbarem Neon-Orange acht Wochen lang bei Wind und Wetter 20 km zur Arbeit und zurück düsen. Während er es auf dem HInweg eher entspannt bergab laufen lassen konnte, musste er nach Feierabend 350 Höhenmeter bewältigen und das HNF-Nicolai XD2 ordentlich strapazieren. So legte er gut 800 Kilometer zurück und ist am Ende dieser Erfahrung mehr als positiv angetan, wie unkompliziert und komfortabel die Pendlerei mit S-Pedelec statt Auto doch sein kann – vor allem wenn ein Bike so viel Spaß macht wie das HNF-Nicolai XD2 Urban.

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Als ich das Rad zum ersten Mal sah und vom Fahrradständer hob, war ich von der Farbe und dem Design schlichtweg begeistert. Na gut, dieses knallige Neon-Orange ist nicht jedermanns Sache – mir hingegen gefällt sie sehr gut. Und, den (neidischen) Blicken nach zu urteilen, auch den Passanten. Außerdem hat diese Farbe durchaus ihren Sinn, wenn man bedenkt, dass man mit 45km/h durch die Stadt und über Land düst. Zu übersehen bin ich auf diesem Gefährt garantiert nicht.

HNF-Nicolai XD2 Urban – ein S-Pedelec fürs Auge

Was ebenfalls gleich ins Auge sticht, ist die cleane Optik des HNF-Nicolai XD2 Urban. Betrachten wir zunächst das kleine Bosch Purion Display. Es lässt sich ideal mit der linken Hand bedienen, enthält alle nötigen Informationen und integriert sich hervorragend am Lenker. Letzteres finde ich persönlich sehr gut, weil der Lenker nicht so überladen wirkt und das Rad seinen sportlichen Charakter behält.  Der herausnehmbare Akku (500 Wh) verschwindet vollständig im Unterrohr des Rahmens. Diese Besonderheit lässt das HNF-Nicolai XD2 Urban für das ungeschulte Auge auf den ersten Blick fast wie ein gewöhnliches Fahrrad wirken. Dann ist da noch die Supernova-Beleuchtung, die ebenfalls erst auf den zweiten Blick zu sehen ist. Die innen verlegten Züge fallen dadurch besonders positiv auf, dass sie eben nicht auffallen.

Begeistert bin ich vom bärenstarken Bosch Performance Line Speed Antrieb, der seinen Dienst „in aller Ruhe“, also nahezu lärmfrei, verrichtet und einen mit 75Nm aus den Startlöchern katapultiert. Dazu leistet natürlich auch der wartungsfreie Riemenantrieb und die stufenlose NuVinci Optimized N380SE Nabenschaltung ihren Beitrag. Dabei gefällt mir, dass selbst unter Volllast geschaltet und gewaltet werden kann, ohne dass irgendwelche Knack- oder Knarzgeräusche entstehen, wie es bei einem herkömmlichen Kettenantrieb üblich wäre.

Das HNF-Nicolai XD2 Urban im Praxistest

Rahmen
Aluminium; zwei Größen S/M und L/XL
Gabel
RockShox Recon Gold RL 120
Antrieb
Bosch Performance Speed
Akku
Bosch Intube Akku 500Wh
Laufräder

Reifen
Schwalbe Super Moto X
Schaltwerk
NuVinci N380SE
Schalthebel
NuVinci C3
Kurbel
Miranda Delta
Umwerfer

Bremse
Magura MT4 VR 180mm, HR 180mm
Beleuchtung
Supernova E3
Sattelstütze
Satori Trident
Sattel
Selle Royal Essenza Moderate Men
Vorbau
Satori Limes
Lenker

Auf meinem Weg zur Arbeit habe ich meist die volle Power, also Stufe Turbo, des Bosch-Antriebs genutzt. Eine Fahrt zur Arbeit und zurück (39 km) war damit möglich, mehr aber auch nicht, sonst hätte ich im Büro nachladen müssen. Es stehen aber noch drei weitere Fahrmodi zur Verfügung, die entsprechend die Leistung reduzieren und folglich die Laufleistung erhöhen. So soll im untersten Fahrmodus eine Reichweite von rund 120 km möglich sein. Dies ist für mich jedoch nur ein theoretischer Wert, denn mit einem S-Pedelec beabsichtige ich definitiv nicht, mit 15 km/h an der Donau entlang zu cruisen, sondern möchte schnell von A nach B kommen – in meinem Fall von Gotteszell nach Deggendorf und wieder zurück. Das entspricht einer einfachen Strecke von genau 19,6 km. Hin- und Rückweg unterscheiden sich topografisch erheblich. Sind am Morgen nur rund 50 Höhenmeter zu überwinden, so sind es auf dem Rückweg gut 300. Im Turbo-Modus heißt das 30 Minuten Hinweg und knapp 40 Minuten zurück; eine Fahrdauer, die im Berufsverkehr vom Auto erfahrungsgemäß höchstens um zehn Minuten zu unterbieten wäre. Für mich eine ordentliche Zeit, wenn man bedenkt, dass man dabei nicht einmal ins Schwitzen kommt und die Dusche vor der Arbeit getrost ausfallen kann.

Berücksichtigt man die reinen Verbrauchskosten für Strom bzw. Sprit, habe ich auf meinen 20 Einsatztagen für rund drei Euro Strom verbraucht, während ich für rund 80 Euro hätte tanken müssen – ganz zu schweigen von der Ersparnis beim CO2-Ausstoß und der erheblichen Steigerung des persönlichen Wohlbefindens.

HNF-Nicolai XD2 Urban – eine rundum hochwertige Ausstattung

Das HNF-Nicolai XD2 Urban verleiht bei jeder Geschwindigkeit ein sicheres Fahrgefühl. Die Rock Shox Recon Gold Federgabel bügelt mit ihren 120 mm Federweg so gut wie alle Gullideckel, Bordsteine und Schlaglöcher einfach weg, wozu außerdem die voluminösen Super Moto X Reifen von Schwalbe ihren Teil beitragen. Dieser wuchtige Reifen allein dämpft bereits jede Menge Unebenheiten aus und bietet bei trockener wie bei nasser Fahrbahn erstklassigen Grip. Sollte das Hindernis dann doch einmal zu groß sein, so bringen einen die Magura MT4 Bremsen jederzeit sicher zum Stehen. Die Wingee Schutzbleche verrichten ihren Dienst ordentlich und bieten darüber hinaus noch die Möglichkeit, Transporttaschen zu befestigen.

Fazit: HNF-Nicolai XD2 Urban

Pro

sehr starker Motor
gute Reichweite
angenehme Automatik-Schaltung
tolle Optik

Contra

etwas schwergängiger Drehgriff

Fakten

Rahmenmaterial
Aluminium
Antriebstyp
Mittelmotor
Gewicht
27,0 kg
Preis
4299 Euro
Web
Nach den knapp 800 Kilometern auf dem HNF-Nicolai XD2 Urban, die ich über Land- und Bundesstraßen, Schotterwege sowie durch die Stadt fuhr, kann ich - bis auf den etwas schwergängigen Drehgriff für die Nabenschaltung - ein durchwegs positives Resümee ziehen. Es macht einfach richtig Spaß, mit dem HNF-Nicolai XD2 Urban dahinzufliegen. Und wer die knapp 4300€ Kaufpreis nicht scheut, bekommt von mir eine klare Kaufempfehlung!

über den Autor

5 Kommentare

  1. André Nikschat
    André Nikschat

    Seit 4 Wochen bin ich ebenfalls Stolzer Besitzer des XD2 auch ich fahre Täglich 22km in die Arbeit und muss ca 3 km Bergauf auf meinem Rückweg .Die Begeisterung meines E Bikes läst nicht nach.Das XD 2 ist jeden Euro Wert
    Gruß aus Regensburg
    PS:Super Beitrag

    Direkt antworten
  2. ME
    ME

    Ihr müssten den Text/Bilder halt noch anpassen : weder ist an Eurem Bike ein „Performance CX“ verbaut, noch eine „Nuvinci Automatik“ 🙂

    Direkt antworten
  3. Andreas
    Andreas

    Hallo Velomotion Team,

    Danke für Euren ausführlichen Test. Ich vermisse immer wieder, falls ich es nicht überlesen habe, die Angabe zum maximal Gewicht. Gerade eBikes sind für Menschen wie mich, wo die Größe nicht zum Gewicht passt, ein toller Einstieg in die Sportwelt. Vielleicht ist es ja möglich, dass Ihr bei zukünftigen Tests auch an uns Schwergewichte denkt und die Tabelle mit technischen Angaben, um eine Zeile ergänzt.

    Gruß

    Andreas

    Direkt antworten
  4. Mario Towara
    Mario Towara

    Guten Tag liebes Test-Team,

    in den techn. Angaben erwähnt ihr 2 unterschiedliche Rahmengrössen (s,m/l,xl). Der Bericht wiederum verschweigt welchen Rahmen der Pendler für den Test zur Verfügung hatte. Sinnvoll ist es bei dieser Information auch die Grösse des Fahrers anzugeben. Somit kann der Leser vorab für sich einkreisen welcher Rahmen für ihn geeigneter wäre.

    Mit freundlichen Grüßen

    Mario

    Direkt antworten

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