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Giro d'Italia: Bernard Hinault: „Chris Froome hätte niemals starten dürfen“

29. Mai 2018 by Michael Behringer

Froome Hinault Giro d'Italia

Radsport: Am Sonntag wurde es amtlich – vorerst. Chris Froome (Sky) ist der Sieger des Giro d’Italia 2018. Dies gefällt vielen Fans und Experten der Radsport-Szene überhaupt nicht. Dazu scheint auch Bernard Hinault zu zählen. Der Franzose sprach Chris Froome den Status einer Legende ab und empörte sich darüber, dass der Brite überhaupt starten durfte.

Hinault spricht Froome den Legenden-Status ab

Chris Froome hat Geschichte geschrieben. Der Brite gewann nach der Tour de France und der Vuelta a Espana 2017 nun den Giro d’Italia. Drei große Landesrundfahrten in Folge zu gewinnen, gelang zuvor nur Eddy Merckx 1972/73 und Bernard Hinault 1982/83. Eben jener Bernard Hinault hat in einem Interview mit der belgischen Zeitung „Het Laatste Nieuws“ seinen Unmut darüber geäußert.

Bernard Hinault:
„Froome gehört nicht auf diese Liste. Er hat bei der Vuelta einen positiven Test abgeliefert und danach hat sich auch die B-Probe als positiv erwiesen. Also hat er Doping benutzt und er muss suspendiert werden. Das ist alles sehr traurig. Froome ist keine Radsport-Legende. Was für ein Bild als Radprofi gibt er denn ab? Er kann auch später bei der Tour de France starten. Es ist ein echter Skandal. Das muss aufhören.“



„Warum müssen wir so lange auf ein Urteil warten?“

Mit seinen Äußerungen spricht Bernard Hinault vielen Radsportfans aus der Seele. Nahezu niemand kann verstehen, dass sich Chris Froome und sein Team Sky so lange Zeit nehmen können, um den auffälligen Test der Vuelta a Espana zu rechtfertigen. Denn können keine stichhaltigen Beweise für die auffälligen Tests aufgezeigt werden, ist eine Sperre ohnehin unausweichlich. Dies sieht man auch anhand der Vergleiche zu Alessandro Petacchi und Diego Ulissi, welche ebenfalls mit Salbutamol erwischt – und eben zeitnah gesperrt – wurden. Hinault vermutet, dass der reiche Sponsor damit etwas zu tun haben könnte. Laut unbestätigten Medienberichten soll Chris Froome bereits acht Millionen für Anwälte bezahlt haben, damit seine Unschuld bewiesen werden kann.

Bernard Hinault:
„Er hätte niemals beim Giro starten dürfen. Warum müssen wir so lange auf ein Urteil warten? Die beiden Italiener, die das gleiche Problem hatten, wurden viel schneller suspendiert. Mit welchem Recht bekommt Froome so viel Zeit, um eine Erklärung abzugeben? Ist es etwa so, weil Sky so viel Geld hat?“

Froome ist sich sicher: Der Giro-Sieg hat Bestand

Chris Froome hingegen sieht sich selbst weiterhin als Opfer. Am Wochenende sah sich der Brite natürlich zahlreichen Anschuldigungen ausgesetzt, da sich kaum jemand sein 80 Kilometer-Solo ab dem Colle delle Finestre erklären konnte. Doch Froome hält daran fest, dass er mehr Informationen und Daten mit der Öffentlichkeit geteilt habe, als dies andere Fahrer im Peloton tun würden.



Chris Froome:
„Ich bin absolut sicher: Wenn die Leute die gleichen Informationen wie ich hätten, würden sie verstehen, warum ich die Entscheidung getroffen habe, weiterzufahren. Ich habe ein absolut reines Gewissen und ich habe keinen Zweifel daran, dass dieses Ergebnis bestehen bleibt.“

The 7 winners of the three Grand Tours: Jacques Anquetil; Alberto Contador; Chris Froome; Felice Gimondi; Bernard Hinault; Eddy Merckx; Vincenzo Nibali.#Giro101 pic.twitter.com/a3w95InAqR

— Giro d’Italia (@giroditalia) 27. Mai 2018



Stichworte:Bernard HinaultChris FroomeDopingGiro d'ItaliaNews

Über Michael Behringer

Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael Behringer. Im Jahr 1996 hat er seine erste Tour de France verfolgt. Seitdem beobachtet er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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