Team Sky unter Druck: DCMS-Bericht erhebt schwere Vorwürfe

Team Sky unter Druck: DCMS-Bericht erhebt schwere Vorwürfe

Radsport: Das Team Sky steht weiter unter Druck. Während im Fall Chris Froome nichts vorwärts geht, wird im Hintergrund auf mehreren Ebenen gegen die britische Mannschaft ermittelt. Wie der aktuelle DCMS-Bericht beweisen will, sollen vom Team Sky in den vergangenen Jahren medizinische Ausnahmegenehmigungen erschlichen worden sein. Es scheint nur eine Frage der Zeit, bis die Bombe platzt und die ganze Wahrheit an die Öffentlichkeit gerät. Britische Medien sprechen am heutigen Montag sogar von einem möglichen Todesstoß für die britische Mannschaft.

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Das Team Sky soll sich Ausnahmegenehmigungen erschlichen haben

Am heutigen Montag hat das Department for Digital, Culture, Media and Sport (DCMS) einen brisanten Bericht veröffentlicht. Darin wirft das Sportministerium dem Team Sky den Missbrauch von leistungssteigernden Medikamenten vor. So seien medizinische Ausnahmegenehmigungen (TUE, Therapeutic Use Exemption) erschlichen worden, um ab 2011 die sportliche Leistungsfähigkeit zu verbessern. Dazu zähle auch der unter dem Namen „mystery package“ bekannte Fall um Bradley Wiggins. So glaubt das Sportministerium weiterhin, dass nicht das Hustenmittel Fluimucil darin enthalten war, sondern das Kortikoid Triamcinolon. Insgesamt wirft der DCMS-Bericht dem Team Sky vor allem vor, Dopingmittel innerhalb des erlaubten Rahmens genutzt zu haben – durch eine TUE und ohne die tatsächliche medizinische Notwendigkeit. Damit wurde „eine ethische Grenze überschritten“. Um in Zukunft mehr Macht gegen den Dopingmissbrauch entfachen zu können, fordert das Sportministerium abschließend, dass die Anti-Doping-Agentur mit größeren Befugnissen und Ressourcen ausgestattet werden sollte.

Wiggins bestreitet / Britische Medien befürchten den Todesstoß

Die Reaktionen auf den brisanten DCMS-Bericht könnten wie erwartet nicht unterschiedlicher ausfallen. Während Bradley Wiggins weiterhin alle Vorwürfe bestreitet, messen die britischen Medien dem Report eine sehr große Bedeutung zu. Schließlich handelt es sich dabei nicht um einen Bericht einer Medienanstalt oder um vereinzelte Entdeckungen eines Journalisten, sondern um das britische Sportministerium. In der Presselandschaft ist auf der Insel daher sogar die Rede vom Todesstoß für das Team Sky. Betrachten wir die Entwicklungen in den vergangenen Monaten, ist diese Befürchtung nicht an den Haaren herbeigezogen. Erst vor wenigen Tagen wurde dem ehemaligen Teamarzt Richard Freeman von der „Daily Mail“ vorgeworfen, Testosteronpflaster bestellt zu haben.

Bradley Wiggins:
„Ich finde es traurig, dass Anschuldigungen erhoben werden können, bei denen Leuten Dinge vorgeworfen werden, welche sie nie getan haben. Doch sie werden als Fakten angesehen.“

Team Sky Wiggins

Auch British Cycling steht unter Druck

Neben der direkten Kritik am Team Sky steht durch den DCMS-Bericht auch der britische Radsportverband mächtig unter Druck. Zur besagten Zeit waren die Grenzen zwischen British Cycling und dem Team Sky kaum zu erkennen. Mittlerweile habe sich dies jedoch geändert, beteuert in einer Pressemitteilung CEO Julie Harrington, die erst seit Mai 2017im Amt ist und seitdem einige Veränderungen auf den Weg bringen konnte.

Julie Harrington:
„Heute gibt es klare Grenzen und Unterschiede zwischen uns: niemand ist gleichzeitig bei British Cycling und beim Team Sky angestellt. Wir haben jeweils eigene Praktiken für die Verwaltung von Athletenrekorden. Nie wieder werden wir eine Situation zulassen, in der unsere Unabhängigkeit als nationaler Dachverband in Frage gestellt wird, auf Grund von Beziehungen zu einem professionellen Team. Unsere Reformen sollen sicherstellen, dass die in der Untersuchung des Ausschusses festgestellten Mängel nie wieder auftreten werden. Wir setzen uns weiterhin dafür ein, dass unsere Organisation den höchsten Standards standhalten kann. Dies ist eine Arbeit, die nie als beendet bezeichnet werden kann. Sie erfordert ständige Wachsamkeit und Überprüfung.“

über den Autor

Michael Behringer

Radsport - Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael. Im Jahr 1996 hat Michael seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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