Quick-Step Floors Teampräsentation: Gilbert will „Set of Monuments“

Quick-Step Floors Teampräsentation: Gilbert will „Set of Monuments“

Radsport: Quick-Step Floors hat sich gestern als eines der letzten Teams der Öffentlichkeit vorgestellt. Im spanischen Calpe war die Rede von sehr ambitionierten Zielen. Unter anderem strebt Philippe Gilbert Siege bei Paris-Roubaix und Milano-San Remo an, um sein „Set of Monuments“ zu komplettieren. Auch Fernando Gaviria, Zdenek Stybar, Bob Jungels und Julian Alaphilippe äußerten sich.

Gilbert und das Streben nach fünf

Philippe Gilbert hat überraschend die Ronde Van Vlaanderen 2017 gewonnen. Nach der Lombardei-Rundfahrt 2009 und 2010, sowie Lüttich-Bastogne-Lüttich 2011 sicherte er sich damit bereits das dritte Monument. Nun fehlen dem 35-jährigen Belgier nur noch Siege bei Paris-Roubaix und Milan-San Remo. Während er beim italienischen Klassiker schon zweimal auf Rang #3 landete, fuhr er die „Hölle des Nordens“ bislang erst einmal. 2007 wurde er 52. In dieser Saison will Gilbert versuchen, sein „Set of Monuments“ zu vervollständigen. Dies gelang bislang nur drei Fahrern – alle stammen aus Belgien: Rik Van Looy, Roger De Vlaeminck und natürlich Eddy Merckx. Unter #StriveForFive fiebern die belgischen Radsportfans bereits dem Vorhaben entgegen.

Philippe Gilbert: „Der Sieg in Flandern war ein schöner Moment, aber jetzt gehört er der Vergangenheit an. Nun begint eine neue Saison mit neuen Zielen. Ich fühle, dass alles passt, also werde ich Mailand-San Remo und Paris-Roubaix fahren, was für niemanden überraschend sein dürfte. Es versteht sich von selbst, dass das nicht einfach sein wird, denn Sie können der stärkste Typ im Rennen sein und es trotzdem verlieren. Aber ich bin bereit, mein bestes zu geben. Quick-Step Floors hat eine aggressive Herangehensweise an Rennen, was sehr gut zu mir passt.“

Stybar: „Ich kann es kaum erwarten“

Während einige Profis in der Kälte froh sein dürften, dass die Saison so richtig erst später ins Rollen kommt, kann Zdenek Stybar den Startschuss kaum erwarten. Der Tscheche möchte in dieser Saison wieder bessere Leistungen zeigen und seinem Team einiges zurückzahlen.

Zdenek Stybar: „2017 war ein schwieriges Jahr und ich bin motiviert, mich zu verbessern. Ich möchte Rennen gewinnen, egal ob Klassiker oder Etappen. Es spielt keine Rolle. Ich möchte dabei sein und das Vertrauen des Teams zurückzahlen. In diesem Winter habe ich hart gearbeitet, mich gut vorbereitet. Ich kann es kaum erwarten, bis es mit Omloop Het Nieuwsblad, Strade Bianche und den anderen Klassikern losgeht, bevor ich mein Debüt beim Giro d’Italia gebe. Ich bin gespannt auf dieses Rennen und hoffe, dass es ein großartiges Erlebnis wird.“

Gaviria: „Rennen, für die ich tiefe Liebe empfinde“

Wenig traurig über den Abgang von Marcel Kittel dürfte Fernando Gaviria gewesen sein. Der Kolumbianer und der Deutsche wären wohl nie gemeinsam die Tour de France gefahren. Beide Super-Sprinter haben den Anspruch, in ihrem Team die klare #1 zu sein. Jetzt kann sich Gaviria sicher sein, dass seine Kollegen für ihn den Sprint anfahren werden. Doch neben der Tour de France peilt Gaviria etwas überraschend auch die Klassiker an.

Fernando Gaviria: „Es ist ein neues Jahr. Ich will meine Ergebnisse bestätigen und auf ihnen aufbauen. Ich bin daran interessiert, hart zu arbeiten und jede Gelegenheit zu nutzen, um immer zu gewinnen. Ich hoffe auf einen reibungslosen Start in die neue Saison, damit ich für die Klassiker in bestmöglicher Verfassung sein kann. Ich bin neugierig, wie es ist, auf Kopfsteinpflaster zu fahren. Das sind Rennen, für die ich tiefe Liebe empfinde. Danach will ich 100 Prozent fit für die Tour de France sein. Dort ist das höchste Niveau. Es ist ein Traum, der wahr wird. Das wird nicht einfach, aber ich hoffe, dass ich eine Etappe gewinnen kann.“

Alaphilippe: „Ich muss noch besser werden“

Wie stark das Team Quick-Step Floors ist, sieht man auch an der Altersstruktur. Fernando Gaviria ist 23, Julian Alaphilippe ist 25. Beide gehören schon zu den besten Fahrern ihrer Zunft. Alaphilippe litt 2017 lange unter Knieproblemen, hat aber trotzdem seine Ergebnisse eingefahren. Der Franzose scheint von Jahr zu Jahr immer stärker zu werden. Ist es hügelig, wird man ihn nur schwer los. Im Sprint kann er dann immer noch den Turbo zünden. Raum für Verbesserungen sieht Alaphilippe bei sich selbst aber trotzdem noch.

Julian Alaphilippe: „Das Jahr 2017 war – trotz der Knieverletzung – immer noch mein bestes und das hat mich glücklich gemacht. Ich bin motiviert, noch besser zu werden, noch ruhiger zu werden und weniger Fehler zu machen. Das Ziel von Quick-Step Floors ist es, die größten Rennen zu gewinnen. Wenn ich an einem dieser Tage nicht in Topform sein werde, dann werde ich für meine Teamkollegen arbeiten, die gewinnen können.“

Jungels: „Wir haben uns für die Tour entschieden“

Auch Bob Jungels ist erst 25 und hat damit die besten Jahre im Radsport noch vor sich. Der Luxemburger verriet bei der Teampräsentation in Calpe sein Programm. 2018 wird er zunächst bei Tirreno-Adriatico am Start stehen, ehe er die Ardennen-Klassiker absolviert. Das Critérium du Dauphiné fährt er dann als Vorbereitung für die Tour de France. Wieso er sich für die Frankreich-Rundfahrt entschieden hat, ließ er uns auch wissen.

Bob Jungels: „Wir haben uns im Oktober – während unserer ersten Teamsitzung – für die Tour entschieden. Ich habe mir das Profil angeschaut und festgestellt, dass die ersten zehn Tage wirklich knifflig sind, aber gleichzeitig einige Möglichkeiten für unser Team bieten. Es ist schön, dort ein Leader des Teams zu sein. Ich hoffe, eine gute Platzierung in der Gesamtwertung zu erreichen.“

Quelle des Titelbilds: TDWsport / Team Quick-Step Floors

über den Autor

Michael Behringer

Radsport - Radsport mit all seinen Taktiken, Etappenanalysen, Platzierungen und Prognosen sind die große Leidenschaft von Michael. Im Jahr 1996 hat Michael seine erste Tour de France geschaut. Seitdem verfolgt er nahezu jedes Rennen. Seine Passion Radsport begleitet ihn also seit über zwei Jahrzehnten. Ein Ende ist nicht in Sicht.

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