Test: Anyrace – Golden Ride Fahrwerkstuning

Test: Anyrace – Golden Ride Fahrwerkstuning

Test: Obwohl Fahrwerke immer innovativer und besser werden, gibt es eine handvoll Firmen und Tüftler, die mit den Serienprodukten nicht zufrieden sind. Darunter befinden sich seit 2015 auch Anyrace aus München, die mit ihrem Golden Ride Tuningpaket den Traum vom perfekten Fahrwerk zur Realität machen wollen. Für mich ein Grund Anyrace näher kennenzulernen und das Golden Ride zu testen.

Wer ist Anyrace?

Während des Glemmride Festivals in Saalbach bin ich mit Johannes Fageth ins Gespräch gekommen. Voller Enthusiasmus erzählt er mir von Anyrace und dem Golde Ride Fahrwerkstuning. Zusammen mit Stefan Kecht, Fahrwerksentwickler und Testfahrer eines Münchner Automobil Weltkonzerns, gründete der Betriebswirt im Jahr 2015 Anyrace. Zuvor hatten die beiden drei Jahre lang ihre Freizeit nahezu vollständig geopfert und an ihrer Idee vom perfekten Fahrwerk getüftelt. Seit der Unternehmensgründung bietet Anyrace kundenspezifisches Fahrwerkstuning mit selbstentwickelten Komponenten.

Betriebswirt Johannes Fageth (links) und Fahrwerksentwickler / Automobilindustrie Stefan Kecht (rechts) stecken hinter Anyrace aus München

Was steckt hinter dem Golden Ride Tuning?

Das Golden Ride Fahrwerkstuning ist für Federelemente mit Rock Shox Charger Kartuschen erhältlich. Je nach Gabelmodell dient die Charger RC oder RCT3 Kartusche als Basis für das Tuning. Das Innenleben der Kartusche wird dabei vollständig durch eigenentwickelte Bauteile ersetzt und individuell auf den Kunden sowie seinen Fahrstil angepasst. Außerdem wird eine Reibwertsoptimierung der Federgabel durchgeführt, welche die Gesamtreibung um 50% reduzieren soll. Somit soll der Kunde ein Fahrwerk erhalten, das perfekt auf seine Bedürfnisse abgestimmt ist und ihm maximalen Grip sowie Fahrspaß bescheren soll. Von ihrem Produkt ist Anyrace so überzeugt, dass sie sogar eine Zufriedenheitsgarantie versprechen und dem Kunden das Geld zurückerstatten, sollte das Produkt nicht den gewünschten Effekt hervorrufen.

Die Bauteile werden in Präzisionsarbeit individuell an den Kunden angepasst.

Technische Details des Golden Ride

Nachdem die Wünsche des Kunden durch eine individuelle Beratung geklärt sind, stellt die Grundlage eines jeden Tunings bei Anyrace die Reibwertsoptimierung dar. Hier wird mittels eigenentwickeltem Öls sowie Dichtungen von Racingbros die Gesamtreibung nach eigenen Angaben reproduzierbar um 50% reduziert. Ermöglicht wird das vor allem durch das spezielle Öl, wodurch der Ölfilm nicht abreißt und keine Trockenreibung entstehen kann.

Zudem wird das Dämpfungssystem der geschlossenen Charger Kartusche modifiziert. Das Herzstück dabei ist der Anyrace Ventilkörper, wodurch ein besseres Öffnungsverhalten der Shimstacks erreicht wird. Die Shimstacks für Zugstufe sowie Druckstufe werden auf den Kunden individuell angepasst. Dadurch soll eine komfortverträgliche Abstützung generiert sowie maximaler Grip erzeugt werden. Zudem soll durch eine Zusatzöffnung im Kolbenventil eine sogenannte Frequenzselektive Dämpfung ermöglicht werden. Dadurch soll die Gabel bei Anregungen mit geringem Hub (Wurzeln, Steine) geschmeidiger und bei größerem Hub (Sprünge, Anlieger) laufruhiger und kontrollierter werden.

anyrace
Die Anyrace Ventilkörper sind das Herzstück des Golden Ride

Renneinsatz

Nur wenige Tage nachdem ich Johannes kennengelernt habe wurde mir meine Rock Shox Boxxer Testgabel vom Paketzulieferer in die Hand gedrückt. Da ich ja bereits ausführlich mit Anyrace über meinen Fahrstil und meine Bedürfnisse gesprochen hatte, war auch kein weiteres Einstellen der Gabel notwendig und schon ging es zum ersten Rennen. Tatsächlich fällt als Erstes das Ansprechverhalten auf. Obwohl ich selbst die gleiche Boxxer Gabel habe, kann man diese nicht miteinander vergleichen. Deutlich geringer ist das Losbrechmoment und der klassische Parkplatztest war schon mal vielversprechend.

Auch auf der Strecke kam ich sofort bestens mit der neuen Gabel zurecht und konnte von den versprochenen Verbesserungen durch das Tuning profitieren. Bei dem zweiten Einsatz der Gabel im nächsten Rennen und auf einer etwas ruppigeren Strecke war mir dann das Fahrwerk jedoch allgemein etwas zu soft, wodurch ich des Öfteren zu weit im Federweg gestanden bin. Auch kein Problem, denn bei Anyrace ist eine einmalige Anpassung der Gabel im Preis inbegriffen. Nach einer Anpassung der Shimstacks war ich anschließend mit der Performance zufrieden.

getestet im Renneinsatz bei den Worldgames of MTB in Saalbach sowie dem Innsbruck Cup auf der Muttereralm. Foto: Waldfee

Ausblick

Für Anyrace ist mit dem Golden Ride das Ziel noch nicht erreicht und es wird derzeit fleißig an weiteren Projekten gearbeitet. Ich werde das Golden Ride auch in der kommenden Saison weitertesten und euch informieren, sollte ich noch interessante Erfahrungen sammeln können.

Fazit: Anyrace Golden Ride

Pro

Vorbildlicher Service
Verbessertes Ansprechverhalten
Verbesserte Performance
Made in Germany

Contra

Nichts

Fakten

Produktjahr
2017
Preis
ab 299€
Web
Stefan und Johannes von Anyrace machen ihre Passion zum Beruf, was man an ihren Produkten erkennen kann. Dabei sind sie sehr nahe am Kunden, wodurch man als Käufer immer einen roten Draht zu den beiden hat, sollte man Fragen haben oder doch mal Probleme auftauchen. Das Golden Ride konnte im Test überzeugen und ich bin gespannt, was man von den beiden Jungs zukünftig noch hören wird.

über den Autor

Thomas Rieger

Tom Rieger ist Hauptberuflich Bauingenieur und seit 2009 trefft ihr ihn an den Wochenenden zumeist in einem der deutschen oder österreichischen Bikeparks. Um sein Material zu testen fährt er am liebsten 24h DH Rennen am Semmering und konnte hier als Einzelstarter schon einige Pokale mit nach Hause nehmen.

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