Ergon GD1 Factory Griffe und SMD2 Comp Sattel im Test

Ergon GD1 Factory Griffe und SMD2 Comp Sattel im Test

ERGON-omisch Bergab

Test: Die Firma Ergon hat sich immer schon die Prämisse Ergonomie beim Biken auf die Fahne geschrieben. Dies haben die Jungs aus Koblenz schon mit einer ganzen Reihe an Produkten für fast alle Sparten des Fahrradfahrens bewiesen. Was bisher fehlte war eine Linie für den Downhillsport. Dazu wurde das Wissen und die Wünsche ihrer Teamfahrer aufgenommen, welche keine geringeren Namen sind als Fabien Barrel, Tahnée Seagrave, Richie Schley, Johannes Fischbach… um nur die Bekanntesten zu nennen.

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Egon Griffe+Sattel für Gravity
Rein optisch sind der Sattel und die Griffe auf alle Fälle schon mal ansprechend.

Beim Montieren….

Die GD-1 Factory Griffe sind als erstes einmal lang. Mit einer Grifflänge von 12 cm ohne Innenstopp und Klemmung fallen sie wirklich überdurchschnittlich aus. Macht sie aber passend für jede Handgröße und es ist auch für kleinere Hände nicht unangenehm, der Durchmesser passt. Der zweite Punkt der sofort auffällt ist, dass sie konisch sind. Im Bereich des Greifens, also im Bereich von Daumen und Zeigefinger, sind sie dünner und werden dann nach außen dicker. Dies soll ein kräfteschonendes aber festes Zugreifen innen ermöglichen und äußeren Bereich der Hand mehr dämpfen. Geklemmt wird der Griff nur mit einer Klemmung an der Innenseite. Diese ist stark genug dimensioniert um ein Verdrehen auf dem Lenker zu verhindern. Hinter der Klemmung befindet sich noch ein schlanker Innenstopp der zum einen eine leichtere Grifffindung ermöglicht und zum anderen eine coole Motocross Optik gibt. Das Profil ist ergonomisch entworfen und an den entscheidenden Punkten zum Kraftschluss zwischen Hand und Griff gerillt. Die Gummimischung ist eine Eigenentwicklung von Ergon und soll den optimalen Kompromiss aus Dämpfung und Halt bieten. Erhältlich ist der Griff in den Durchmessern Regular und Slim und in den Farben Frozen Orange und Frozen Black.

Der SMD2 Comp Gravity Sattel sieht im ersten Moment aus wie eine Mischung aus normalen MTB-Sattel und Dirtjump-Sattel. Bei näherem Hinsehen erkennt man aber, dass hier schon ein paar mehr Ideen hineingeflossen sind. Was beim Momtieren sofort auffällt ist, dass man ihn schon instinktiv nach hinten kippt. Da man dies im Gravitybereich bevorzugt wird um maximale Bewegungsfreiheit zu garantieren, wurde die Form speziell so gewählt. Die Nase fällt etwas nach vorne ab, damit man sich nicht in der Hose verfängt, wohingegen das Heck etwas nach hinten aufgestellt ist, um ein Abrutschen während Sitzphasen zu verhindern. Zusätzlich haben die Versionen SMD2 Comp und SMD2 Pro Titanium noch eine Antirutschoberfläche. Beim einfachen Modell SMD2 wurde darauf verzichtet. Die weiteren Unterschiede bei den drei Typen sind, dass SMD2 und SMD2 Comp CroMo Rails haben, wobei beim SMD2 Pro Titanium auf den leichteren Werkstoff Titan zurückgegriffen wird. Die Sitzschalen sind bei den zwei besseren Modellen aus Carbon Composite, während sie beim günstigeren Modell aus Nylon Composite ist. Auf was besonders geachtet wurde ist der weit nach unten gezogene Flankenbereich. In diesem Bereich haben Oberschenkel und Sattel sehr oft Kontakt. Durch diesen breiten Bereich ist es viel angenehmer das Bike mit dem Innenbein zu führen.

Auf der Strecke…

Sitzt man auf einem Fahrrad sind die drei Punkte mit denen man mit dem Rad in Verbindung steht: Pedale, Sattel und Griffe. Deshalb bin ich der Meinung, dass diese Teile eine genauere Betrachtung verdienen. Hier müssen die Komponenten einfach zum Fahrer passen. Und bei den Parts von Ergon passt Es gut. 

Die konische Form der Griffe ist zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig aber ist die kurz Phase überwunden, geht die Formel auf. Durch den dünneren Durchmesser innen kann man ohne schnelle Ermüdung fest zupacken und trotzdem wird durch den leicht dickeren Durchmesser außen, die Hand dort geschont. Bis jetzt musste man sich ja entscheiden, ob man dünne Griffe zum kräfteschonenderen Greifen oder dickere, die die Hand Innenseite schonen, bevorzugt. Ergon hat das mit dem GD1 Factory sauber vereint. Die Riffelung bietet dazu tadellosen Halt, solange man Handschuhe trägt. Beim Fahren ohne Handschuhe musste ich leider feststellen, dass die Oberfläche zu geschlossen ist. Hier ist eine klassisch gewaffelte Oberfläche besser, da der Schweiß besser ablaufen kann. Das ist aber dann auch schon der einzige Kritikpunkt und die meisten bevorzugen sowieso das fahren mit Handschuhen.

Auch wenn man die meiste Zeit beim Downhill steht ist der Sattel nicht unwichtig. Zum einen gibt es auf fast jeder Strecke kurze Stücke wo man sich zur Erholung setzen kann, zum anderen führt man das Bike mit dem Innenschenkel in Kurven. Diese beiden Aufgaben erfüllt der SMD2 Comp perfekt. Da man im Downhill den Sattel gerne leicht nach hinten kippt, um maximale Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, hat man in Sitzphasen bei klassischen Sätteln gern das Gefühl man rutscht nach hinten ab. Die Jungs von Ergon haben das erkannt und die Form des Sattels so gewählt, dass dem entgegengewirkt wird. Zusätzlich kommt noch eine Antirutschoberfläche bei den zwei teuren Modellen zum Einsatz. Und es funktioniert. Man sitzt, trotz nach hinten geneigtem Sattel, sehr bequem. Der für mich aber entscheidendere Clou des SMD2 sind die breiten und weit nach unten gezogenen Flanken. Da ich den Sattel relativ hoch fahre und aktiv mit Innenbein in Kurven arbeite, hatte ich nach einem Wochenende oft Spuren von den scharfen Kanten des Sattels. Das war mit dem SMD2 komplett vorbei.

www.ergon-bike.com

Fazit: Ergon GD1Factory Griffe und SMD2Comp Sattel

Pro

Griffe sind Kräfteschonend durch den unterschiedlichen Durchmesser
Griffe bieten perfekten Halt
Griffe haben außen keine Klemmung
Sattel hat perfekte Form für schräge Montage
Flanken des Sattels top zum Führen des Bikes
Antirutschoberfläche des Sattels

Contra

Beim Griff ist der Halt beim Fahren ohne Handschuhe mäßig

Fakten

Produktjahr
2017
Preis
GD1 Factory Griffe 34,95€ und SMD2 Comp Sattel 89,95€
Web
Die Downhilllinie von Ergon ist beim ersten Versuch geglückt. Die Jungs und Mädels haben sich offensichtlich echt Gedanken gemacht über „Was braucht der Fahrer im Downhill?“ und wie können wir das bestmöglich bewerkstelligen. Herausgekommen sind zwei Produkte die man sehr empfehlen kann.

über den Autor

Christian Ettl ist Zweiradmechanikermeister und Mediengestalter. Er war Chefredakteur der Fahrrad News. Sein Herz schlägt für komplexe technische Sachverhalte rund um das Thema Fahrrad. Am liebsten fährt er Tagestouren auf dem Gravel-Grinder oder genießt gute Abfahrten, gerne auch im Bikepark.

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