Test: Fischer ProLine EM 1723 – ein Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt – frei Haus!

Test: Fischer ProLine EM 1723 – ein Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt – frei Haus!

Test Fischer ProLine EM 1723: Ein Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt? Was eingefleischten Radlern suspekt erscheint, funktioniert bei Fischer ziemlich gut. Zum sehr moderaten Preis bietet die Marke solide Technik, und was dem ambitionierten Offroad-Sportler vielleicht nicht genug ist, dürfte viele Freizeitfahrer begeistern.

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Ein Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt – ja, das kann Spaß machen und bietet solide Technik zum attraktiven Preis.

 

Im Vergleich zu normalen Fahrrädern sind E-Bikes ganz schön teuer: Bei einem normalen Touren-Modell kann man damit rechnen, dass Unterstützungsmotor und Akku den Preis verdreifachen. Beim Mountainbike ist der Aufschlag nicht ganz so hoch, da hier die Fahrradtechnik stärker ins Gewicht fällt – Schaltung, Federgabel und so weiter. Doppelt so teuer wie ein unmotorisiertes MTB ist ein E-MTB aber allemal.

Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt: E-MTB statt Riesenfernseher?

Bereits das mag für viele Interessierte ein guter Grund sein, einen Bogen um den klassischen Fahrradhandel zu machen. Wer sich ein E-Bike für mehr als 2.000 Euro schlicht nicht leisten kann (oder will), wird dort kaum fündig werden und muss sich nach anderen Quellen umschauen. Bei Baumärkten oder Elektronik-Riesen zum Beispiel – doch ist nicht alles, was man dort bestaunen kann, „fabrikneuer Schrott“, so das gängige Vorurteil?

Probieren wir’s aus: Bei MediaMarkt steht irgendwo zwischen Flachbildschirmen, Unterhaltungselektronik und Küchengeräten ein E-Bike wie dieses: das Fischer ProLine EM 1723, ein Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt, das derzeit als Neuware (dazu später mehr) für 1.475 Euro angeboten wird (UVP 1.799 Euro). Ein Blick auf die Details verrät dem Fachmann sofort den angepeilten Einsatzzweck: Dies ist ein sportliches Tourenbike für Naturwege, gut fahrbare Trails und insgesamt einfaches Gelände. Die aufrechte Sitzhaltung des in Einheitsgröße verfügbaren Modells sorgt für Fahrkomfort, würde sich jedoch an extremen Steilstücken ungünstig auswirken – doch schwieriges Terrain ist ohnehin nicht das Revier des Fischer ProLine. Es ist ein Rad für Menschen, die im ländlichen Raum Touren fahren wollen und in erster Linie eine robuste Bereifung benötigen und die Unterstützung durch den Zusatzantrieb genießen wollen.

Zu „ländlicher Raum“ passt auch eine Besonderheit der Radmarke Fischer: Wer dieses Rad (wie wir in diesem Fall bei MediaMarkt) bestellt, kann es keineswegs gleich aus dem Laden rollen. Geliefert wird es per Spedition, was alleine wegen der Lagerhaltung Sinn macht. Und weil der Kurierfahrer natürlich nichts mit der Endmontage des Bikes zu tun hat, muss das Rad quasi aus dem Karton fahrfertig sein. 99 Prozent fahrfertig nennt Fischer dieses System. Und das geht so: Die Pedale – traditionell verwirrend, da das linke Pedal ein Linksgewinde aufweist – werden mit einer Steckverbindung befestigt, die den Unterschied zwischen rechts und links aufhebt. Auch das exakte Ausrichten des Lenkers wird dem Nutzer abgenommen: Am „Stem Twist“-Vorbau wird der Schnellspanner geöffnet, dann dreht man ihn in die korrekte Position, wo der Vorbau einrastet. Nun wird der Hebel wieder geschlossen, und fertig.

Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt: Fischer bietet mobilen Reparaturservice                                                                                          

Das alles funktioniert problemlos. Das Rad aus dem Karton zu holen und 100 Prozent fahrfertig zu machen dauert keine fünf Minuten und weckt Vertrauen ins Vertriebskonzept von Fischer, das auch einen mobilen Reparaturservice umfasst. Den mussten wir zwar nicht in Anspruch nehmen, doch alleine ein platter Hinterreifen dürfte den Monteur auf den Plan rufen, denn der Hinterradmotor lässt sich nicht so einfach ausbauen wie eine normale Nabe.

Womit wir bei der Technik wären: Mit Bafang-Motor ist das Rad klassentypisch ausgestattet, der mit 557 Wattstunden sehr große Akku weist jedoch deutlich über das Preisniveau hinaus. Die Fahrradtechnik ist mit Neungang-Schaltung und günstigen Scheibenbremsen zweckmäßig bescheiden, aber funktionell. Mit voluminösen 27,5-Zoll-Reifen ist das Fischer zeitgemäß besohlt, denn gerade am E-Bike fallen die dadurch entstehende angenehme Dämpfung und der gute Grip der Reifen stärker ins Gewicht als der etwas höhere Rollwiderstand.

Sichere Mountainbiker können es auf dem Fischer EM 1723 auch mal krachen lassen – das Material macht’s ohne Probleme mit.

Auf den Einsatzzweck als Tourenbike weist vor allem der Seitenständer hin, den man an einem „richtigen“ MTB eher nicht erwartet. Auch die Körperhaltung des Fahrers ist nicht auf ernsthaften Geländesport zugeschnitten: Selbst bei recht weit ausgezogener Sattelstütze sitzt man ausgesprochen aufrecht, und die Lenkerposition kann nicht verändert werden; auch wäre der Lenker für schweres Gelände zu schmal.

Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt: Technisch voll auf der Höhe!

Bei einer Radtour durch die Natur hingegen stimmt der Sitzkomfort … also nichts wie los. Wie für Nabenmotoren typisch, reagiert der Antrieb mit minimaler Verzögerung, schiebt dann aber kraftvoll an. Im Gegensatz zu den aktuellen Mittelmotoren ist die Geräuschentwicklung gering, das E-Bike also angenehm leise. Sehr positiv fällt auf, dass das Rad deutlich über 25 km/h unterstützt. Nimmt man den Druck von den Pedalen, schiebt der Heckmotor noch kurz nach – auch das kennt man von Heckmotoren. Insgesamt gefällt die Performance des Aggregats, umso mehr, da ein Test auf dem Prüfstand beachtliche Reichweiten bei flottem Tempo ergibt. Zum Bafang-System gehören ein übersichtlicher Tastenblock am Lenker für die fünf Fahrmodi sowie ein großes Display, das unter anderem Ladestand, Unterstützungsmodus und Geschwindigkeit anzeigt und sogar beleuchtet ist. Dazu verfügt es über eine USB-Buchse, an der man beispielsweise das Handy laden oder eine Akkuleuchte anschließen kann. Antriebstechnisch ist das Fischer also alles andere als eine Mogelpackung.

Bremsen und Schaltung versehen ihren Dienst im positiven Sinne unauffällig; die Federgabel liegt auf dem Niveau durchschnittlicher Trekking-Gabeln, puffert grobe Stöße also recht wirkungsvoll ab, ohne übermäßig sensibel anzusprechen. Immerhin ist sie mit einer modernen Steckachse ausgestattet, die sogar über einen Schnellverschluss verfügt. Dass das Fischer gerade mal 2 bis 2,5 Kilo schwerer ist als manch doppelt so teures E-Hardtail, sollte ebenfalls erwähnt werden – mit knapp 24 Kilo lässt es sich durchaus leichtfüßig bewegen.

Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt: Praxistest bestanden!

Am Ende der Radtour wieder zu Hause angekommen, klappt unser Testfahrer Joseph zufrieden den Seitenständer aus. Das Fischer hat gut funktioniert, sogar auf dem mit dichtem Nadelteppich bedeckten Waldboden war der Reifengrip super, und auch nach etlichen Höhenmetern ist noch Strom im Akku. Dank des kleinen Rahmens mit kurzem Sitzrohr geht das Bike fast schon als Familienrad durch – auch der Zwölfjährige kann sich draufsetzen, die Gattin sowieso. Und das alles zu einem Preis, der noch niedriger ausfallen kann als die bereits genannten 1.799 Euro: Fischer bietet nämlich auch Vorführräder, gebrauchte Modelle und B-Ware an, mit Preisnachlässen bis zu einem Drittel. Und da wird ein solides E-Bike plötzlich zum echten Sonderangebot – frei Haus.

Fazit: Fischer ProLine EM 1723

Pro

sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis
leise
kräftiger Antrieb
guter Komfort
solide Ausstattung

Contra

kein Fachhandelsnetz
bedingt offroad-tauglich
nur eine Größe erhältlich

Fakten

Rahmenmaterial
Aluminium
Laufradgröße
27,5 Zoll
Antriebstyp
Nabenmotor (hinten)
Federweg
100 mm
Gewicht
23,8 kg
Preis
1799 Euro (1.475 Euro bei MediaMarkt)
Web
DownhillUphill
 
LaufruhigAgil
 
Klar, das Fischer E-Bike aus dem MediaMarkt, das ProLine EM 1723 ist kein gewöhnliches Mountainbike, was schon der Vertriebsweg deutlich macht. Doch seien wir ehrlich, für die allermeisten Interessenten eines E-MTBs trifft das EM 1723 genau deren Bedürfnisse: Tourentauglich, bequem, solide und robust – und sogar ein Seitenständer ist montiert. Obendrein ist es mit (aktuell) weniger als 1.500 Euro sehr günstig und der Bafang Motor ist kräftig, leise und hat mit 557 Wh ausreichend Reserven für eine ausgedehnte Tour.

Tester(in)

Joseph Kuchler

Joseph Kuchler war in jungen Jahren aktiver XC-Racer und hat zwischenzeitlich in München Medienmanagement studiert. Zurück in seiner niederbayerischen Heimat ist er wieder öfter auf den Trails im bayrischen Wald anzutreffen.

über den Autor

Marcus Degen

Marcus Degen ist Gründer des deutschen Radsportmagazins Procycling und war für neun Jahre dessen Chefredakteur. Während dieser Zeit gründete er als Herausgeber auch die Magazine Fahrrad News und World of Mountainbiking. Er hat Physik und Ingenieurwesen in München studiert und war in den späten Achtzigern und Neunzigern als Radamateur und Triathlet aktiv. Anfang 2013 rief er das digitale Fahrrad-Magazin Velomotion ins Leben.

Caspar Gebel

Caspar Gebel, Jahrgang 1968, sitzt seit als 35 Jahren auf dem Rennrad. Der Fachjournalist und Sachbuchautor arbeitet für Velomotion und auch für die Zeitschriften Procycling und Fahrrad News.

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