Rennbericht zum Enduro One am Ochsenkopf von Tom Rieger

Rennbericht zum Enduro One am Ochsenkopf von Tom Rieger

MTB-News: Enduro One am Ochsenkopf. Bereits zum vierten Mal war der Ochsenkopf am 26./27. August Austragungsort der Enduro One Rennserie. Nach meinem ersten E1 Rennen in Aschau, über das ich hier ebenfalls schon berichtet habe war das also die perfekte Gelegenheit nach langen Jahren wieder in das Fichtelgebirge zu reisen.

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Als ich Freitagabend am Campingplatz angekommen bin war dieser, wie gewohnt, schon gut gefüllt und ich hatte Glück, dass ich noch einen Stellplatz für meinen Wohnanhänger ergattern konnte. Nach dem Aufbau meiner Wochenendresidenz und einem BBQ bei den Campingnachbarn war ich dann auch froh nicht in einem Zelt übernachten zu müssen. In der Nacht von Freitag auf Samstag hat es an Regen nämlich nicht gemangelt.

Neugierig auf die Streckenbedingungen nach dem Regen ging es am Samstag zum Training. Da sich zwei der drei Stages, welche trainiert werden durften, im Bikepark befanden, wurde von den meisten Startern der Lift in Anspruch genommen. Während einige der Kollegen die überschaubaren Höhenmeter zum Gipfel bereits zurückgelegt hatten, befand ich mich mit meiner Trainingsgruppe noch in der Liftschlange.

Lift Ochsenkopf beim Enduro One am Ochsenkopf
Die Liftunterstützung wurde von den meisten Fahrern während des Trainings dankbar angenommen

Nach drei Liftfahrten und einigen selbsterkämpften Höhenmetern war dann die Trainingszeit auch schon beendet und der Prolog stand bevor. Die Strecken waren durch bestes Wetter wieder größtenteils abgetrocknet und ich war motiviert für die erste Zeitnahme des Wochenendes.

Training Ochsenkopf beim Enduro One am Ochsenkopf
Beim Training ging es noch entspannt zur Sache

Fünf Stages hatte Streckenchef und Besitzer des Bullhead House Peter Hanke für die Fahrer ausgearbeitet. Die Prologstrecke war zugleich auch die letzte Stage des Rennens am Sonntag. Im unteren Teil des Bikeparks ging es in eher flachem Gelände gespickt mit einigen Tretpassagen in Richtung Zielbereich. Die anspruchsvollen Steinfelder, die man hier in den letzten Jahren noch überwinden musste, wurden für dieses Jahr aus dem Streckenlayout entfernt und umfahren. Des einen Freud ist des anderen Leid aber dazu später mehr.

Nach einem soliden 6ten Rang im Prolog war mein erster Renntag also Geschichte und das gute Wetter wollte möglichst noch ausgenutzt werden. Da traf es sich gut, dass die offiziellen Duschmöglichkeiten im nahegelegenen Naturmoorbad zu finden waren. Bei den sommerlichen Temperaturen war die Kaltwasserdusche genau das Richtige um sich abzukühlen. Bei Schlechtwetter hätte das im Fahrerlager jedoch bestimmt für lange Gesichter gesorgt.

Prolog Ochsenkopf beim Enduro One am Ochsenkopf
Der erste Renntag lief gut. Am Ende Platz 6 im Prolog

Enduro One am Ochsenkopf, das Rennen

Am Sonntag ging es dann mit der ersten Gruppe an den Start. Die Rennzeit wurde auf 2,5 Stunden festgelegt und schien somit für die Streckenlänge von 18km und 380hm ausreichend. Zur ersten Wertungsprüfug des Tages ging es gemütlich mit dem Lift sofern man das wollte. Wie auch schon die Prologstrecke wurde Stage 1 kräftig gezähmt und so wurde die Hälfte der Strecke auf einer abgesteckten Wiese gefahren um den Steinfelder im oberen Teil des Bikeparks auszuweichen. Hatte man die vom Morgentau noch sehr rutschige Wiese überwunden, wurden die letzten Meter auf dem Bikeparktrail zurückgelegt.

Nach einem kurzen Verbindungstransfer stand man bereits am Start der zweiten Zeitnahme. Diese durfte ebenfalls schon am Vortag trainiert werden und so wusste ich bereits, dass diese Stage definitiv meine Schwäche sein wird. Nach dem Einstieg in den Trail hatte man nur kurz um die Geschwindigkeit zu genießen bevor es die nächsten 3 Minuten ohne Treten nur bedingt möglich war Speed aufzubauen. Kurz nach dem Start war es für mich bereits gelaufen. Beim Treten bin ich auf einer Wurzel aufgesessen und gestürzt. Um die verlorengegangene Zeit wieder aufzuholen war jetzt ein fehlerfreies Rennen notwendig.

Flachetappe Ochsenkopf beim Enduro One am Ochsenkopf
Dank des flachen Geländes waren die Verbindungsetappen sehr entspannt und es blieb viel Zeit sich mit den anderen Fahrern über den Verlauf des Rennens auszutauschen

Stage 3 war dann das komplette Gegenteil. Diese durfte vorab nicht trainiert werden und es ging mit Highspeed über einen breiten Trail gespickt mit größeren Steinen und Felsplatten bergab. Hier war es extrem schwierig die richtige Geschwindigkeit einzuschätzen und auf dem teils losen Untergrund nicht die Kontrolle zu verlieren. Ich war froh als ich ohne große Fehler die Zeitnahme erreicht hatte.

Nach einem erneut lockeren Transfer, welchen mein Rennkollege Max Dörfer fast komplett im Wheelie zurückgelegt hat, stand die kürzeste Stage des Tages bevor. In der Liftschneise war hier die Strecke in matschigem Untergrund abgesteckt. Diese war fast bis zum Ziel einsehbar und so haben wir uns erstmal etwas Zeit genommen um die Konkurrenz zu beobachten. Schnell stand fest das es hier extrem rutschig zur Sache geht und bei einer 40 Sekunden Stage gab es hier mehr zu verlieren als zu gewinnen. Glücklicherweise sind Max und ich sehr gut durchgekommen und gehörten nicht zu den etlichen Fahrern die sich hier einen Plattfuß eingefahren hatten.

Renntag Ochsenkopf beim Enduro One am Ochsenkopf
bestes Wetter an beiden Renntagen

Ab dem Zeitpunkt herrschte bei mir beste Stimmung, denn die letzte Zeitnahme kannte ich ja bereits aus dem Prolog und das Rennen lief bis auf den einen Sturz für meine Verhältnisse bestens. Noch eine letzte längere Verbindungsetappe und wir standen zum letzten Mal am Start. Mit etwas mehr Risiko als beim Prolog wurde die letzte Stage in Angriff genommen und ich kam als 4ter in der Pro Klasse mit einer Gesamtrennzeit von 10:41:07 ins Ziel.

Siegerehrung Ochsenkopf beim Enduro One am Ochsenkopf
Entspannte Stimmung beim Warten auf die Siegerehrung

Nach Rennende habe ich dann noch mit Streckenchef Peter Hanke über das Rennen gesprochen. Aufgrund der vielen Einwände der Vorjahre, dass die Stages für Hobbyfahrer teilweise zu fordernd gewesen sind, hat er sich zusammen mit der Eventleitung dazu entschieden vor allem die Steinfelder zu umgehen. Nach den Erfahrungen aus diesem Jahr wird man hier wohl bei der nächsten Ausgabe des Enduro One am Ochsenkopf die goldene Mitte finden und somit sollten hier wieder alle auf ihre Kosten kommen. Auch ein paar zusätzliche Stages würde man am Ochsenkopf gerne bieten doch hier haben die Veranstalter schlicht einen Mangel an freiwilligen Helfern, die als Streckenposten eingesetzt werden können.

Streckenrand Ochsenkopf beim Enduro One am Ochsenkopf
Top Stimmung am Streckenrand

Das Enduro One am Ochsenkopf hat meinen positiven Gesamteindruck dieser Rennserie wieder bestätigt und ich denke auch in der nächsten Saison werde ich wieder ein Wochenende im Fichtelgebirge in entspannter Rennatmosphäre verbringen.

 

Ergebnisse des Enduro One am Ochsenkopf im Überblick

 

E1 Wild Childs U10: Kilian van de Haterd

E1 Wild Childs U13: Mika Raudies (RC Germania Weißenburg)

E1 Wild Childs U16: Tim Ratajczak (bestbike racing)

 

Spezialstage E1 E-Bike: Michael Tiegs (HaibikeEnduroCREW2K17)

Prolog ♀: Raphaela Richter (Radon Factory DH / BSB Bayreuth)

Prolog ♂: Bastian Richter (29er-Racing/BSB Bayreuth)

 

E1 Guest:  Willi Lützeler (Cube)

E1 Beginner: Christian Rothenbach (Trailhouse / MSC-Fr.-Schweiz)

E1 Junior: Erik Wetzel (RSV Nordhausen)

E1 Senior: Sebastian Strehl

E1 Super Senior: Harald Krebs

E1 Sport: Maximilian Dörfer (Yeti Cycles DE)

E1 E-Bike: Sven Schreiber (Focus / Compana)

E1 Woman: Raphaela Richter (Radon Factory DH / BSB Bayreuth)

E1 Pro: Andre Kleindienst (Bergamont Hayes Faktory Team)

 

Video des Enduro One am Ochsenkopf

Text: Thomas Rieger

Fotos: Nico Gilles

WEB

www.enduro-one.com

über den Autor

Tom Rieger ist Hauptberuflich Bauingenieur und seit 2009 trefft ihr ihn an den Wochenenden zumeist in einem der deutschen oder österreichischen Bikeparks. Um sein Material zu testen fährt er am liebsten 24h DH Rennen am Semmering und konnte hier als Einzelstarter schon einige Pokale mit nach Hause nehmen.

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