Enduro One #2 – Aschau: Am Fuße der Kampenwand

Enduro One #2 – Aschau: Am Fuße der Kampenwand

Die Enduro One zählt mittlerweile zu Deutschlands teilnehmerstärksten Enduro-Serie. Der zweite Stopp fand hierbei am 27./28. Mai in Aschau, gelegen im schönen Chiemgau, statt. Bereits letztes Jahr wurde ich auf die Serie aufmerksam und so finden sich dieses Jahr zwei Rennen in meinem Terminkalender. Das beschauliche Aschau in unmittelbarer Nähe zum Chiemsee und am Fuße der Kampenwand gelegen, versprach also eine tolle Kulisse für meinen Enduro One Auftakt.

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Mit dem im Winter gekauften Wohnanhänger ging es also von Deggendorf nach Aschau, wobei die Autobahn natürlich gemieden wurde. Bestes Wetter empfing mich dabei am Freitagabend. Nach einem kurzen Rundgang im Campingplatz direkt am Festplatz, welcher das Epizentrum der Veranstaltung darstellte, hatte ich auch schon die ersten bekannten Gesichter getroffen. Da mein Wohnanhänger leider noch etwas spartanisch ausgestattet ist, musste auf jeden Fall ein Platznachbar gefunden werden, der mir mit der notwendigen Campingausrüstung über das Wochenende helfen konnte. Olli und Rike von Riol-Bikes, die ich schon seit meinen Anfangszeiten kenne, schienen hierfür die perfekten Gastgeber und somit war die erste Hürde des Wochenendes genommen. Noch schnell den Grill angeworfen und die erste Sommernacht des Jahres war eingeläutet.

Der Festplatz war gut gefüllt das ganze Wochenende lang

Am Samstag ließen blauer Himmel und der Blick auf die Kampenwand bereits beim Frühstück die Motivation steigen. Nachdem ich mir noch die Streckendetails angesehen habe, stellte ich mich auf eine entspannte Trainingstour ein. Eine Gesamtdistanz am Renntag von 15km und 750hm sollten eigentlich kein Problem sein. Das Format der Enduro One sieht vor, dass nur die technisch schwierigeren Stages trainiert werden dürfen. Stage 1 und 2 sowie die Strecke des Prologs durften also während des Trainings nicht befahren werden. Nach der Fahrerbesprechung ging es endlich los. Bergauf war das Ganze dann doch etwas fordernder als gedacht und es war einiges los an den teilweise sehr steilen Rampen, die zu überwinden waren. Während man auf der einen Seite noch von einem entspannt anmutendem E-Bike Fahrer überholt wurde, passierte man auf der anderen Seite bereits sichtlich erschöpfte Teilnehmer, die ihr Bike bereits am ersten Anstieg schieben mussten.

An der Verpflegungsstation mussten die Kraftreserven vieler Teilnehmer wieder aufgefüllt werden

Das erste Training verlief noch etwas stockend, da sich sehr viele Teilnehmer zu Anfang des auf drei Stunden angesetzten Trainings auf der Strecke befanden. Nachdem noch etwas Trainingszeit übrig war ging es für mich nochmals nach oben. Dieses Mal wurden auch bei mir ein paar Stellen bergauf geschoben um die Beine für den Renntag zu schonen, so zu mindestens meine Ausrede. Da sich diese Mühe scheinbar viele Teilnehmer gespart haben, ging die zweite Trainingsrunde auf weniger frequentierten Stages dann schon nahezu im Renntempo von statten und ich war motiviert für den folgenden Prolog. Dieser fand direkt neben dem Festgelände statt. Vom benachbarten Schloss Hohenaschau ging es über einen Schottertrail mit unzähligen losen Kurven hinunter in das Eventgelände. Da hier eine saubere Kurventechnik zu langsam erschien wurden die meisten Kurven vom Großteil des Fahrerfeldes im Drift zurückgelegt, was bei den Zuschauern zu einer enorm guten Stimmung führte.

Knapp wurde das Anbremsen auf die nächste enge Schotterkurve

Den Abend habe ich abseits des Eventgeländes bei Max Seidl verbracht, der am Samstag den Bold Cycles Showroom in Aschau eröffnet hat. Auch viele der anderen Teilnehmer sind dieser Einladung gefolgt und es wurde bei kühlem Bier bis in die späten Abendstunden gefachsimpelt. Wenn ihr in der Gegend seid, solltet ihr Max definitiv einen Besuch abstatten. Gratis Trailtipps für die Gegend rund um Aschau sind hier natürlich inklusive.
Dank guter Platzierung im Prolog ging es für mich am Sonntag bereits früh auf die Strecke und so konnte ich der ersten richtigen Sommerhitze des Jahres noch einigermaßen entkommen. Stage 1 sowie 2, die am Vortag nicht trainiert werden durften, stellten sich als reine Tretpassagen heraus, was meine Motivation kurzzeitig etwas ausgebremst hat. Meine Leistung war hier leider auch eher enttäuschend.

Quälend lang fühlten sich die ersten zwei Tretpassagen an

Danach hieß es erst mal wieder Höhenmeter sammeln und hoch zu den Stages 3, 4 und 5 treten, welche alle auf einem Trail lagen, der hinab ins Tal führte. Auf Stage 3 konnte ich dann meine Stärken ausspielen und landete auf der recht ruppigen Stage auf Platz 2. Stage 4 war ganz passabel, wonach ich bei Stage 5 leider patzte und mich für einen kurzen Ausflug den Abhang hinab entschieden habe. Stage 6 war identisch dem Prolog vom Vortag, wobei sich während des Prologs jedoch scheinbar Spurrillen in die zunächst offenen Kurven gefahren haben, die jetzt gut genutzt werden konnten. Am Ende reichte es für mich auf einen 14ten Platz in der E1 Pro Klasse und Platz 22 in der Gesamtwertung. Insgesamt wurden knapp 400 Fahrer in der Enduro Klasse und knapp 20 E-Biker gewertet. Am schnellsten waren Maximilian Dörfer (Yeti Cycles DE) und Kathi Kuypers (Trek Gravity Girls).

Maximilian Dörfer und Kathi Kuypers waren die Tagesschnellsten in Aschau

Für mich persönlich waren die Stages leider nicht ganz nach meinem Geschmack. Die beiden ersten Stages waren reine Tretpassagen auf einem Schotterweg ohne technischen Anspruch. Die weiteren Stages waren zum Großteil Wanderwege, die ohne Kurven über zum Teil grobes Geröll führten. Hier musste man die Bremsen offenlassen, auf gutes Material hoffen und den nötigen Mut mitbringen um wirklich schnell unterwegs zu sein. Also ging es für mich nach dem Rennen noch zu Streckenchef Mario Mittermayer, der in Aschau ebenfalls einen Bikeladen betreibt. Im Gespräch erklärte mir Mario, dass natürlich viele Faktoren die Streckenwahl bei solch einem Rennen beeinflussen. Der Einsatz der benachbarten Kampenwandbahn ist aufgrund des großen Starterfeldes leider nicht in Frage gekommen, da diese noch nicht auf Mountainbiker eingerichtet ist und hier große Wartezeiten befürchtet wurden. Zudem sollte die Strecke natürlich auch bei möglichst jeder Witterung befahrbar sein und vor allem auch den hunderten von Teilnehmern standhalten können ohne danach völlig verwüstet zu sein. Das Enduro One Event in Aschau war für alle Beteiligten des Ortes ein Start in eine Zukunft mit der Aussicht auf weitere Veranstaltungen wie dieser im Ort. Alle Beteiligten sind nach einem gelungenen Auftakt motiviert das Event auch weiterhin auszutragen und vor allem stetig zu verbessern. Der Gegend mangelt es nicht an tollen Trails, das habe ich mir von vielen Locals bestätigen lassen, und somit kann man hoffen das vielleicht schon zur nächsten Enduro One Ausgabe in Aschau das Trail Herz wieder höherschlägt. Die Organisation, die Stimmung und die Aufmachung des Events waren top und unter diesen Bedingungen kann man so eine Veranstaltung mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Die Verantwortlichen des Enduro One in Aschau sind sichtlich zufrieden

Für mich geht es nach einigen weiteren Enduro und Downhill Rennen sowie dem Rock The Hill Festival am Geißkopf bereits am 26./27.08. nochmals zu einem Rennen dieser Serie. Am Ochsenkopf im Fichtelgebierge findet hier das fünfte der insgesamt sechs Serienevents statt.

über den Autor

Tom Rieger ist Hauptberuflich Bauingenieur und seit 2009 trefft ihr ihn an den Wochenenden zumeist in einem der deutschen oder österreichischen Bikeparks. Um sein Material zu testen fährt er am liebsten 24h DH Rennen am Semmering und konnte hier als Einzelstarter schon einige Pokale mit nach Hause nehmen.

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