SRAM Eagle: Mit der Kraft der zwölf Gänge – Die wichtigsten Fragen beantwortet
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SRAM Eagle: Mit der Kraft der zwölf Gänge – Die wichtigsten Fragen beantwortet

Markt: Bereits vor einigen Monaten wurde mit der SRAM Eagle die erste 12-fach Gruppe überhaupt vorgestellt. Während die neue Antriebsgruppe des US-Herstellers bis dato noch eher zu den Exoten zählt, findet man sie an beinahe allen Mountainbike-Topmodellen im Modelljahr 2017. Doch was hat es auf sich mit der Eagle? Was ist das Besondere? Für wen eignet sie sich? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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Was?

SRAM Eagle – nie gehört? Kein Problem, wir helfen weiter: Dabei handelt es sich um die im Frühjahr vorgestellte, neue 12-fach Gruppe von US-Hersteller SRAM. Bereits vor einigen Jahren hatte man dort den Vorstoß gewagt und mit 11-fach Antrieben und Kassetten mit großer Bandbreite und dafür nur einem Kettenblatt einen neuen Weg eingeschlagen, den man nun mit der neuen Eagle konsequent weitergeht. So gut nämlich die 11-fach Antriebe auch funktionierten, reichte die Bandbreite nicht ganz an die herkömmlicher 2- oder sogar 3-fach Antriebe heran. Auch wenn das je nach Einsatzgebiet und Fitness von Fahrer oder Fahrerin nicht allzu entscheidend ist, ist es doch das größte Gegenargument.

Auf diese Kritik hat man bei SRAM reagiert und das Ergebnis ist die neue Eagle Gruppe. Statt wie bisher 10-42 bieten die Kassetten nun eine unglaubliche Bandbreite von 10-50 – in anderen Worten: 500% Übersetzungsbandbreite – vergleichbar mit klassischen 2-fach Antrieben – dafür aber ohne Umwerfer und ohne zweites Kettenblatt.

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Übersetzungsbandbreite gängiger Schaltungen in Zahlen:

SRAM Eagle: 500%
Moderner 2-fach Antrieb mit 34/24 und 11-40 (2×11): 515%
Klassischer 2-fach Antrieb mit 36/26 und 11-36 (2×10): 453%
SRAM X01 (1×11): 420%

Momentan ist die Eagle in den Varianten XX1 und X01 erhältlich. Während die XX1 mit goldfarbener Kassette und Kette das Topmodell ist, bringt die in puncto Funktion ebenbürtige X01 für eine deutliche Preisersparnis lediglich das eine oder andere Gramm mehr auf die Waage und kommt in schlichtem Schwarz.

Warum?

Oft kommt von 1-fach Neulingen auch die (verständliche) Frage, weshalb man seinen eigentlich gut funktionierenden 2-fach Antrieb ersetzen sollte und dabei möglicherweise auf einen oder zwei Gänge verzichten muss.

Grund 1: Schaltkomfort

Ein richtiges Aha-Erlebnis bei den ersten Geh- bzw. Fahrversuchen mit 1-fach Antrieben ist der Schaltkomfort. Klar, zugegeben: Wir haben uns alle über die Jahre sehr gut an zwei oder drei Kettenblätter gewöhnt, das Gegenschalten geht meist schon aus Reflex. Aber dennoch: Fällt der Kettenblattwechsel weg an steilen Anstiegen und damit auch das Gegenschalten, gewöhnt man sich sehr schnell und sehr gerne an diesen Komfort.

Grund 2: Gewicht

Oftmals wird das Gewicht des Antriebs als solchem als einer der Hauptgründe für den Umstieg angeführt. Klar: Dadurch, dass man sich das zweite Kettenblatt, Umwerfer, Zug und Schalthebel spart, sinkt das Gesamtgewicht doch spürbar – auch wenn die breit abgestuften Kassetten das eine oder andere Gramm mehr auf die Waage bringen als enger gestufte Pendants mit kleineren Ritzeln.

 

Grund 3: Aufgeräumtes Cockpit

Durch den Verzicht auf einen zweiten Schalthebel bekommt man am Lenker deutlich mehr Platz und eine Schalthülle weniger stört die Optik. Der frei-gewordene Platz ist perfekt um hier beispielsweise eine Remote für die Variostütze zu befestigen.

Grund 4: Geräuschkulisse

Auch wenn Kettenklappern in Zeiten gedämpfter Schaltwerke nicht mehr ein ganz so großes und lautes Thema ist wie noch vor einigen Jahren, kann das Schlagen der Kette am Umwerferblech auf längeren und ruppigen Abfahrten durchaus etwas an den Nerven zehren. Da fährt es sich mit einem 1-fach Antrieb deutlich leiser.

Wie?

Wer nun Lust auf den Umstieg bekommen hat, dürfte sich nun Fragen, wie aufwändig ein Umstieg auf die neue SRAM Eagle ist. Die Montage und Einstellung des Antriebs ist durch den Wegfall des Umwerfers im Grunde sogar einfacher als bei klassischen Pendants. Bei der Montage der Kassette muss jedoch der Freilauf getauscht werden, hier ist der XD-Standard Pflicht – inzwischen bieten jedoch fast alle Nabenhersteller entsprechende Freiläufe zum Nachrüsten an.

Wie von SRAM gewohnt gibt es auch für die Eagle ein hilfreiches und äußerst anschauliches Montagevideo, das wir euch an dieser Stelle natürlich nicht vorenthalten möchten.

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Wie viel?

Zu guter Letzt darf natürlich auch der Preis nicht fehlen. Darin dürfte für viele vielleicht auch der größte Kritikpunkt an der SRAM Eagle liegen. Mit Straßenpreisen von ca. 950€ (X01) bzw. 1150€ (XX1) ist die Gruppe momentan noch klar im Hochpreissegment angesiedelt. Vor allem der Preis von über 300€ für eine Kassette dürfte Vielfahrer schmerzen.

Web

www.sram.com

über den Autor

Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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