livewelt, DIE Agentur für Live-Kommunikation feierte am vergangenen Mittwoch mit einer rauschenden Party ihren zehnten Geburtstag.

Didi im Sprung

Ole TernesAgentur-Gründer und Feierbiest Ole Ternes ist in der Radsport-Szene heute vor allem als Manager von Jan Ullrich bekannt. Doch seine Agentur kann sich durchaus einige Radsport-Innovationen auf die Fahnen schreiben. So sind die Gütersloher beispielsweise die Gründer des Teams Alpecin und können sich so zu Recht als Väter gleich zweier bemerkenswerter Trends betrachten: Alpecin war seinerzeit das erste professionell gemanagte Jedermann-Team, für das Fahrer gecastet wurden und das mit Jörg Ludewig einen Ex-Profi als Teamchef hatte. Zum anderen war dieses Jedermann-Team und die von Livewelt entfachte Begeisterung für den Radsport im Hause Alpecin der Grundstein für das heutige Engagement von Alpecin für ein eigenes WorldTour-Team.

Mit livewelt und Ole Ternes verbindet uns von Velomotion und das Degen Mediahouse eine langjährige und sehr gute Freundschaft, weswegen wir die Gelegenheit nutzen, zu diesem Geburtstag zu gratulieren „Weiter so!“, und unser Bedauern auszudrücken die Party (einmal mehr) verpasst zu haben … einmal nachts mit Tourteufel Didi Senft im Pool – ein Traum!

Unten ein Interview mit Ole Ternes über die zehn bewegte und bewegende Jahre als Agentur-Mensch.

Die Agentur livewelt aus Gütersloh gehört zu den umsatzstärksten Agenturen für Live-Kommunikation in Deutschland. Dazu kommen mehrere Auszeichnungen – unter anderem der ‚German Design Award Gold 2016‘. Zum 10-jährigen Firmengeburtstag spricht Geschäftsführer Ole Ternes über die Herausforderungen am Markt, Gefahren der sozialen Medien und die Bedeutung der Unternehmenskultur.

Schnörkellos und echt. So empfängt Ole Ternes Kunden und Gäste im loftartigen Obergeschoss der Berliner Straße 133 mit 360°-Blick über Gütersloh. „Eine Agentur muss nicht in Hamburg oder Berlin sein“, bekräftigt Ole die Standortwahl. 2006 mit drei Mitarbeitern gestartet, formte er nach und nach eine 24-Kopf starke und international aktive Agentur für Live-Kommunikation.

Ole Ternes: Man kann heute nicht mehr sagen „Wir können alles.“ Das Thema ‚in alle Richtungen zu arbeiten‘ hat sich erledigt. Meiner Meinung nach ist eine Spezialisierung unabdingbar, um sich im Markt halten zu können. Für uns war das am Anfang ganz entscheidend, weil mit dem Livemarketing ein Alleinstallungsmerkmal besaßen und immer noch besitzen.

Inwiefern spezialisiert livewelt sich heute noch weiter? Von der Livekommunikation abgesehen.

Das digitale Zeitalter hat vieles verändert – auch für unsere Branche. Es ist wichtig, dass wir uns personell auf solche Veränderungen einstellen. Dafür benötigt man Fachkenntnisse. Allrounder helfen in dieser Entwicklung eher weniger, weswegen wir auch weiter in Personal investieren wollen, denn nichts ist schlimmer als nicht mit der Zeit zu gehen.

Stichwort ‚Soziale Medien‘…

Für das Live-Marketing ist dieser Sektor unglaublich wichtig geworden. Wir haben hier die Chance Events nicht nur für die lokal anwesende Zielgruppe zu nutzen, sondern über Live Kampagnen mit Verbreitung über die Sozialen Medien eine viel größere Zielgruppe aktiv in die Maßnahme einzubeziehen. Dafür brauchen wir Experten…

Ganz besonders, weil Marketing in den Sozialen Medien oft auch eine gegenteilige Wirkung erzielen kann. Worin liegt bei solchen Kampagnen die Kunst?

Marketing in den sozialen Medien ist manchmal unberechenbar. Die Reaktionen lassen sich einfach nicht abschätzen und ein kleines Restrisiko bleibt immer. Trotzdem sind die Plattformen wichtig. Mit vergleichbar kleinem Budget und wenig Aufwand können dort viele mögliche Endkunden angesprochen werden.

Hinter den guten Kampagnen steht immer ein Team. Wie wichtig ist eine ausgeglichene Unternehmenskultur für eine Agentur?

Nicht nur für Agenturen ist sie wichtig, sondern für jeden Betrieb. Wir gehen hier oft als Team essen und kennen uns auch außerhalb des Büros. Keiner muss hier Überstunden ohne Ende kloppen. Kommt ein Kunde aber kurzfristig und braucht etwas, dann ziehen alle an einem Strang und sitzen hier auch mal ein komplettes Wochenende. Das sind aber Erfahrungswerte.

Also gab es auch mal Rückschläge?

Klar! Niemand macht es von Beginn an perfekt. Ich habe festgestellt, dass es unglaublich wichtig ist, dass es einen ständigen Austausch im Unternehmen gibt und Probleme offen und direkt angesprochen werden. Ansonsten staut sich alles auf und das schlägt sich auf die Produktivität der ganzen Firma aus.

Mit welchem Ziel vor Augen arbeitet livewelt in den nächsten zehn Jahren weiter?

Ich will wirtschaftlich gesund bleiben und meine Mitarbeiter fair bezahlen. Ich möchte, dass meine Mitarbeiter von dem Erfolg der Firma profitieren. Ich werde auch weiter darauf setzen, dass ich alle Personalkräfte, die zur Realisierung einer Kampagne brauche in meinem Unternehmen habe. Viele Agenturen geben die Aufträge an externe Mitarbeiter raus. Ich glaube, dass es eine falsche Strategie ist. Der Vorteil ist einfach, dass ich schneller arbeiten kann und auch für kleinere Auftraggeber flexibel und preislich attraktiv bleiben kann.

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über den Autor

Marcus Degen

Marcus Degen ist Gründer des deutschen Radsportmagazins Procycling und war für neun Jahre dessen Chefredakteur. Während dieser Zeit gründete er als Herausgeber auch die Magazine Fahrrad News und World of Mountainbiking. Er hat Physik und Ingenieurwesen in München studiert und war in den späten Achtzigern und Neunzigern als Radamateur und Triathlet aktiv. Anfang 2013 rief er das digitale Fahrrad-Magazin Velomotion ins Leben.

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