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Radsport

Radsport: WorldTour Teamcheck #9: Lampre-Merida

3. Januar 2016 by Michael Faiß

Radsport: 2015 war ein gutes Jahr für das italienische Team von Lampre-Merida. Sieben Tageserfolge bei Grand Tours und zahlreiche andere Siege brachten dem Team den zwölften Platz im WorldTour-Ranking ein. 2016 sind die Voraussetzungen gut, diese Leistung zu wiederholen oder sogar noch zu verbessern.

Lampre-Merida – Überblick

Das italienische Team von Lampre-Merida landete am Jahresende im WorldTour Ranking auf Platz 12 und klettert damit langsam aus dem Mittelfeld in Richtung Spitze (in den Vorjahren belegte der Rennstall regelmäßig Rang 14). Die Verantwortlichen können mit der Leistung der Fahrer also durchaus zufrieden sein – neben einigen kleineren Rennen durfte sich das Team für 2015 nämlich auch über sieben Grand Tour Siege freuen.

CYCLING-ITA-GIRO



Mit Etappensiegen bei der Tour of Oman, der Türkei-Rundfahrt und Paris-Nizza kam das italienische Team sehr gut in die Saison. Vor allem Rafael Valls zeigte sich in einer guten Form – Sacha Modolo und Diego Ulissi boten außerdem vielversprechende Leistungen und schien bestens gewappnet für den Giro, der seit jeher für das italienische Team das große Saisonhighlight ist. Am Ende der drei Wochen durch Italien standen vier Tagessiege zu Buche und vor allem Sacha Modolo sorgte mit zwei Sprintsiegen in Lugano und Jesolo für große Freude beim Team.

Es folgten je ein Tagessieg bei der Dauphiné und der Tour de Suisse und eine aus Sicht von Lampre-Merida eher durchwachsene Tour de France. Der Spanier Ruben Plaza fuhr bei der 16. Etappe als Solist zum Tagessieg – weitere Etappenerfolge blieben dem italienischen Rennstall bei der Grand Boucle 2015 verwehrt. Zum Abschluss der Saison ließen Nelson Oliveira und nochmals Ruben Plaza je einen Etappensieg folgen.

plaza



Wohin geht also die Reise für Lampre-Merida 2016? Die Leistung der Vorsaison war äußerst vielversprechend und sicherlich eine gute Grundlage für weitere Erfolge in dieser Saison. Mit den beiden Iberern Nelson Oliveira (zu Movistar) und Ruben Plaza (zu Orica-GreenEdge) verliert das Team jedoch zwei seiner stärksten Fahrer, die auch 2015 für knapp die Hälfte der Grand Tour Erfolge verantwortlich waren. Ob die Neuzugänge Louis Meintjes und Matej Mohoric den Qualitätsverlust auffangen können? Noch wartet sowohl der Südafrikaner Meintjes als auch der Slowene Mohoric auf den ersten Grand Tour-Erfolg – doch vielleicht ändert sich das 2016 in den Farben von Lampre-Merida.

Lampre-Merida – Transfers

Abgänge: Niccolo Bonifazio (Trek), Ruben Plaza (Orica-GreenEdge), Filippo Pozzato (Southeast), Nelson Oliveira (Movistar), Max Richeze (Etixx-Quick Step), Jose Serpa (Orgullo Antiqueno), Rafa Valls (Lotto-Soudal)

Zugänge: Yukiya Arashiro (Europcar), Simone Consonni (Neo), Marko Kump (Adria Mobil), Louis Meintjes (MTN-Qhubeka), Matej Mohoric (Cannondale-Garmin), Simone Petilli (Neo), Edward Ravasi (Neo), Federico Zurlo (UnitedHealthcare)



Lampre-Merida – Teamräder und Ausstattung

Teamrad: Wie bereits 2015 werden die Lampre-Profis mit den beiden Merida-Toprädern Merida Scultura und Merida Reacto unterwegs sein. Das neue Scultura feierte erst im vergangenen Jahr seine Premiere – es wurde übrigens einen Tag nach dem Etappenerfolg von Lampre-Profi Polanc beim Giro der Öffentlichkeit präsentiert – das nennen wir mal gutes Timing. Von den Qualitäten des Straßenmodells Scultura konnten wir uns bereits selbst ausführlichst im Velomotion-Test überzeugen. Beim Zeitfahren werden die Profis auf dem Merida Warp Platz nehmen.

scultura1

Komponenten: Der Antrieb an den Lampre-Merida Teamrädern setzt sich aus einem Shimano / Rotor Mix zusammen. Während Schaltung, Bremsen und Griffe von den Spezialisten aus Japan kommen, vertraut das italienische Team bei Kurbel und Leistungsmessung auf die Expertise von Rotor. Ob die Profis in der kommenden Saison auf die 2015 präsentierte, hydraulische Rotor UNO Gruppe zurückgreifen werden? Noch gibt es keine derartigen Anzeichen wie etwa bei den Rotor-Kollegen von Dimension Data. Wie schon in den Jahren zuvor kommen die Laufräder vom italienischen Hersteller Fulcrum.



Scheibenbremsen: Obwohl man mit Shimano bzw. Rotor Ausrüster hätte, die entsprechende Bremssysteme liefern könnten und auch Fulcrum inzwischen passende Laufräder anbietet, werden wir 2016 wohl nur selten Lampre-Merida Profis mit Scheibenbremsen sehen, da Merida noch kein entsprechendes Straßenrad im Programm hat. Weder das Scultura noch das Reacto sind in einer Disc-Variante erhältlich – lediglich das Endurance Bike Merida Ride gibt es mit Scheibenbremsen und ist eventuell eine Option für das eine oder andere Rennen mit langen Pflastersteinpassagen.

Stichworte:GiroLampreLampre-MeridaMeriaNewsTour de FranceVuelta

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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