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RennräderTests

Rennräder: Probefahrt mit dem BMC teammachine SLR01 Ultegra Di2 2016

15. Dezember 2015 by Michael Faiß

bmc teammachine slr01

Probefahrt: Wir hatten vergangene Woche beim BMC Team-Up Camp im spanischen Altea Gelegenheit, das 2016er BMC teammachine SLR01 mit der elektronischen Ultegra Di2 beim gemeinsamen Ride mit den Profis probezufahren. Der feuerrote Renner aus der Schweiz konnte uns auf ganzer Linie überzeugen und überragte besonders beim Komfort.

Um 8:00 Uhr vormittags trafen sich BMC Profis, einige Sponsoren und die anwesenden Pressevertreter im Innenhof des Strandhotels im spanischen Altea, um sich für die gemeinsame Ausfahrt vorzubereiten. Für den knapp 50km langen Ride hinauf zum Castell de Guadalest bekamen wir ein brandneues BMC teammachine SLR01 mit Ultegra Di2 Antrieb – schnell die Reifen auf Druck gebracht, Sattelstütze eingestellt und es konnte schon losgehen.



bmc teammachine slr01

Der für die Saison 2016 in dieser Ausstattung feuerrote Renner kommt mit der für die Schweizer inzwischen fast ikonischen, für viele Radleraugen noch immer ungewohnten Rahmenform mit den sehr niedrig positionierten Sitzstreben – dazu später mehr. Das teammachine kommt in drei Varianten, die sich beim Rahmen unterscheiden: Während die Topvariante SLR01 den Rädern entspricht, mit denen auch die Profis von BMC Racing in der WorldTour unterwegs sind, kommen in den etwas günstigeren SLR02 und SLR03 nicht ganz so leichte Carbonrahmen zum Einsatz.

Außerdem hat das BMC teammachine SLR01 seinen günstigeren Pendants die Entwicklung per Accelerated Composites Evolution Technology (ACE) voraus. So bezeichnet BMC seine selbst entwickelte Computertechnologie, mit Hilfe derer die Rahmen des schweizerischen Traditionsherstellers bis ins kleinste Detail am Bildschirm optimiert werden können. So soll der optimale Dreiklang aus Gewicht, Steifigkeit und Fahrkomfort erreicht werden.



bmc teammachine slr01

Bevor wir nun aber zu den Eindrücken vom zugegebenermaßen etwas kurzen Ride kommen, noch einige Worte zur Ausstattung: Wir durften das BMC teammachine SLR01 mit Ultegra Di2 Gruppe testen – alternativ gibt es das Topmodell auch mit mechanischer Ultegra-Gruppe oder natürlich mit Dura-Ace, ebenfalls mechanisch oder elektronisch. Lenker und Sattelstütze stammen aus eigenem Hause.

Während der Lenker mit einer Breite von 44cm eher unauffällig daherkommt, befeuert die Carbonstütze schon eher unsere Neugier: Diese ist nämlich nach hinten abgeflacht, soll so etwas mehr Flex und besseren Komfort bieten. Die R23 Spline Laufräder der BMC-Landsmänner von DT-Swiss sind vielfach erprobt und bieten – Alufelgen sei Dank – eine sehr gute Bremsperformance. Mit etwas mehr als 1600g sind sie jedoch nichts für Gewichtsfetischisten. A propos Gewicht: Unser Testrad kam exklusive Pedale in Größe 58 auf knapp 7kg. Ein guter, aber nicht herausragender Wert.



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bmc teammachine slr01

Doch genug von Ausstattung, Zahlen und Abmessungen – die Wahrheit liegt auf der Straße. Im ersten Moment fällt die wirklich ausgesprochen gelungene Geometrie auf – zumindest für den Geschmack unseres Testers. Die Sitzposition auf dem BMC ist für ein Rad dieser Klasse ausgesprochen komfortabel – um Missverständnissen vorzubeugen: Das teammachine ist ein Racebike, ohne Zweifel, und die Sitzposition weit von Endurance entfernt, aber doch eine Spur aufrechter und weniger gestreckt als bei vielen Konkurrenten. Erkennen lässt sich dies auch an dem recht kurzen Reach – in unserem Fall in Rahmengröße 58 402mm (Zum Vergleich: Canyon CF SLX 418mm, Merida Scultura 409mm).



bmc teammachine slr01

Bereits beim ersten kräftigeren Antritt auf den an diesem Vormittag erfreulich leeren Straßen Spaniens fällt die hohe Steifigkeit des Rahmens auf. Ebenso verstärkt sich mit jeder Kurbelumdrehung das Gefühl, dass BMC bei der Geometrie wirklich vieles richtig gemacht hat: Wir hatten auf Anhieb das Gefühl, auf dem Rad ‚zuhause‘ zu sein. Die Ultegra Di2 funktioniert wenig überraschend absolut sahnig – kein Rattern, keine spürbaren Schaltpausen, tolles Ansprechverhalten. Vom Mehrgewicht einmal abgesehen, steht die Ultegra ihrem deutlich teureren Dura-Ace Pendant wirklich nicht mehr nach.

bmc teammachine slr01



Mit zunehmender Dauer unserer Ausfahrt werden auch die Straßen etwas schlechter. Sehr rauer Belag, viele größere und kleinere Schlaglöcher und kurze Pflasterpassagen in miserablem Zustand erwarten uns. Anfangs war uns angesichts der 23mm Reifen auf dem teammachine beim Gedanken daran etwas mulmig gewesen, doch wie sich herausstellen sollte, war dies völlig unbegründet: Der Komfort des Rads ist wirklich herausragend. Vibrationen durch schlechten Straßenbelag steckt der Rahmen scheinbar mühelos weg und auch Unebenheiten erreichen nur deutlich Gedämpft das Gesäß des Fahrers. Ob es nun an der eigenwilligen Rahmenkonstruktion im hinteren Rahmendreieck liegt, an der Sattelstütze oder an beidem: Der Komfort des BMC teammachine SLR01 ist überragend.

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In der Abfahrt von La Nucia zurück in Richtung Küste gefielen uns vor allem die tollen Bremseigenschaften der Ultegra-Stopper in Kombination mit den DT-Swiss Laufrädern, was natürlich primär auf die Alufelgen bzw. -bremsflanken zurückzuführen ist. Ob dies jedoch das doch deutliche Mehrgewicht rechtfertigt muss wohl jeder Fahrer selbst entscheiden. Ansonsten zeigte sich das BMC gutmütig und vermittelte viel Sicherheit.



Fazit

Auf der kurzen Probefahrt an der spanischen Küste schaffte es das BMC teammachine SLR01 Ultegra Di2, uns wirklich zu begeistern. Die gelungene, eher entspannte Geometrie des steifen und sehr leichten Rahmens trifft auf eine gute Ausstattung und sorgt für viel Fahrspaß. Ein Wermutstropfen ist jedoch sicherlich der Preis des Renners aus der Schweiz: Für die von uns getestete Variante werden 5.399€ fällig, mit mechanischer Ultegra schlägt es noch mit 4.299€ zu Buche – die Dura-Ace Modelle kosten 6.999€ (mechanisch) bzw. 9.999€ (Di2). Dennoch: Es gab in dieser Saison kaum ein Rad, auf dem wir uns auf Anhieb so wohl gefühlt haben. Wir hoffen, das BMC bald auch einem ausführlicheren Test unterziehen zu können.

Stichworte:BMCBMC teammachineNewsTest

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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