Test: Castelli Gabba 2 – Die Mutter aller Regentrikots überarbeitet

Test: Castelli Gabba 2 – Die Mutter aller Regentrikots überarbeitet

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Ortlieb Spot

Test: Um es vorweg zu nehmen, das Gabba 2 Trikot von Castelli ist nachwievor das Maß aller Dinge für diejenigen, die ein Trikot suchen, das in Sachen Wetter jede Widrikeit ohne Murren mitmacht.

Das Gabba betrat im März 2013 die Radsport-Öffentlichkeit mit einem Paukenschlag: Wir erinnern uns an die brutalen Verhältnisse bei Mailand – San Remo, nicht zuletzt wegen des gloreichen Siegers Gerald Ciolek. Doch es war zugleich die Triumphfahrt eines neuartigen Trikots. Wetterfester als ein normales Trikot, leichter und komfortabler als eine Regenjacke, wollte nahezu jeder Profi diese Klamotte sofort auch im Schrank haben, um sie im Notfall heimlich herausholen zu können.

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Und wir können sagen – egal, ob es nun stimmt, dass im Frühjahr das halbe Peloton eine Gabba fährt oder nicht – es wäre gerechtfertigt. Die Gabba 2 erhält von uns mit Freuden die Höchstwertung. Für ein derart dünnes, leichtes und flexibles Kleidungsstück ist dieses unglaublich wasserdicht und wärmend. Wir haben alle Regentrikots bei Temperaturen zwischen 10 und 20 Grad gefahren, bei starkem Regen und strahlendem Sonnenschein. Die Gore Windstopper X-Lite Plus Membrane leistet hervorragende Dienste. Sie zeigt sich als derart wasserdicht, dass sogar die drei Trikottaschen einer Drainage aus Mesh-Material bedürfen, um das Wasser abzuleiten, das oben in die offenen Taschen fließt. Eine verschließbare Tasche fehlt.

Die Passform ist sehr gut, der Schnitt deutlich rennorientiert. Die Größengestaltung erweist sich als typisch italienisch. Mit XXL ist unser Testtrikot im Feld numerisch das Größte und es empfiehlt sich unbedingt das Gabba mindestens eine Nummer Größer als normal zu ordern.

Haptisch wirkt die Gore-Membrane auf den ersten Griff etwas steif, doch sie ist sehr atmungsaktiv und man wird selbst bei Temperaturen um 20 Grad und nachlassendem Regen nicht überhitzen – selbst im schwarzen Trikot nicht.

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Der Reißverschluss ist durchgehend und lässt sich auch mit einer Hand schön bedienen – dass er nun mit einer überlappenden Windleiste versehen ist, ist übrigens die wichtigste Neuerung bei der Gabba 2, die sich ansonsten kaum vom Vorgängermodell unterscheidet. Der Kragen ist recht hoch geschnitten. Der Rücken ist sehr lang; wobei der unterste Teil als Spritzschutz fungiert und im Bedarfsfall eingeklappt werden kann. Durch ein zusätzliches Silikonband innen hält dieser Spritzschutz zuverlässig. Reflektierendes Material kommt leider nur am Rücken, entlang der Taschen und des Spritzschutzes zum Einsatz.

Auf einen Blick – die Castelli Gabba 2

  • Erhältlich in Schwarz, Gelb, Blau
  • Gewicht: 322 Gramm (XXL, kurzarm)
  • Optional auch als Langarmvariante; außerdem sind Armlinge aus dem identischen Nanoflex-Material erhältlich.
  • Waschbar nur bis 30 Grad – was, wie bei vielen anderen Trikots dieser Art den Einsatzzweck leider etwas ad absurdum führt, aber wohl der Preis für die Funktionalität sein muss.
  • Preis: 149,95 Euro (kurzarm), 179,95 Euro (langarm), 32,95 Euro (Armlinge)
Test: Castelli Gabba 2 – Die Mutter aller Regentrikots überarbeitet Test von am .
4.8

Bewertung

Wetterfestigkeit 100%
Passform 92%
Verarbeitung 95%
96% Herausragend
Castelli gelang mit dem Gabba das Kunststück eine völlig neue Bekleidungskategorie zu erschaffen. Das Gabba steht sinnbildlich für Trikots, die wetterfest sind, die wärmen und die uns nicht explodieren lassen, sobald zwischendurch doch mal die Sonne scheint. Für den Alltag empfiehlt sich die Anschaffung der kurzarmigen Variante und eines Paares der passenden Armlinge. Das macht uns wesentlich flexibler und ist preislich kein Nachteil.

über den Autor

Marcus Degen

Marcus Degen ist Gründer des deutschen Radsportmagazins Procycling und war für neun Jahre dessen Chefredakteur. Während dieser Zeit gründete er als Herausgeber auch die Magazine Fahrrad News und World of Mountainbiking. Er hat Physik und Ingenieurwesen in München studiert und war in den späten Achtzigern und Neunzigern als Radamateur und Triathlet aktiv. Anfang 2013 rief er das digitale Fahrrad-Magazin Velomotion ins Leben.

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