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RadsportTour de France

Radsport: Tour de France Etappe #6: Zdeněk Štybar gewinnt – Sorgen um Tony Martin

9. Juli 2015 by Michael Faiß

martin

Radsport: Die Achterbahnfahrt der diesjährigen Tour scheint für Tony Martin weiterzugehen. Beim Schlussanstieg in Le Havre verliert er die Kontrolle über sein Rad und stürzt zusammen mit einigen anderen Fahrern. Dabei scheint er sich schwerer an Arm oder Schulter verletzt zu haben und wird von seinen Teamkollegen ins Ziel geschoben. Sein Teamkollege Zdeněk Štybar gewinnt die Etappe vor Peter Sagan (Tinkoff-Saxo).

Bis zum höchst dramatischen Finale in Le Havre war die heutige Etappe entlang der Küste in der Normandie die bisher wohl entspannteste der Tour de France 2015. Bereits kurz nach dem Start fasste sich ein Fahrertrio ein Herz und konnte sich vom Hauptfeld absetzen. In der Spitzengruppe fuhren fortan Daniel Teklehaimanot (MTN-Qhubeka), Perrig Quemeneur (Europcar) und Kenneth Van Bilsen (Cofidis) – schnell hatten sie deutlich über zwei Minuten Vorsprung. Das Peloton machte keine Anstalten, die Ausreißer schnell einzuholen und fuhr über lange Zeit mit scheinbar angezogener Handbremse – eine Durchschnittsgeschwindigkeit von deutlich unter 40km/h war die Folge.



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Besonders erfolgreich verlief die Flucht für Daniel Teklehaimanot aus Eritrea – er holte sich die einzige Bergwertung des Tages und konnte somit in dieser Wertung an Rodriguez (Katusha) vorbeiziehen – morgen wird der Mann von MTN-Qhubeka also mit dem Gepunkteten Trikot an den Start gehen. Als der Vorsprung 20km vor dem Ziel immer mehr schmolz und unter eine Minute fiel, ergriff Van Bilsen die Gelegenheit und startete zur Soloflucht. Doch zuerst wurden seine Kollegen Teklehaimanot und Quemeneur und schließlich, drei Kilometer vor dem Ziel auch Van Bilsen gestellt.

Danach wurde es dramatisch. Die Mannschaften von Etixx-QuickStep, Tinkoff-Saxo und Giant-Alpecin kämpften um die beste Positionierung für ihre Fahrer. John Degenkolb und Tony Martin tummelten sich immer wieder ganz an der Spitze. Dann, auf dem steilen, finalen Anstieg hinauf zum Ziel in Le Havre passierte es: Tony Martin verlor für einen Moment die Konzentration, hängte sich am Hinterrad seines Vordermannes auf und stürzte. Dabei riss der Mann im Gelben Trikot etwa ein Dutzend andere Fahrer – darunter auch Vincenzo Nibali (Astana), Tejay Van Garderen (BMC) und Nairo Quintana (Movistar) – zu Boden. Am übelsten scheint es jedoch den deutschen Tagessieger von vorgestern erwischt zu haben: Er stand lange etwas benommen am Straßenrand und hielt sich immer wieder mit schmerzverzerrtem Gesicht die Schulter. Als er schließlich vom Teamfahrzeug mit einem neuen Rad versorgt wurde, schoben ihn seine Teamkollegen weiter in Richtung Ziel.



stybar

An der Spitze war es schließlich Martins Teamkollege Zdeněk Štybar aus Tschechien, der sich sehr souverän den Sieg vor Peter Sagan und Bryan Coquard (Europcar) sicherte. Martin bleibt wohl bis morgen an der Spitze der Gesamtwertung, da sich der Sturz innerhalb der letzten drei Kilometer ereignete. Noch gibt es keine offizielle Stellungnahme seitens des Teams, wie schwer es den 30-jährigen erwischt hat – die Bilder lassen jedoch das Schlimmste befürchten. Im Ziel aber ein schönes Bild: Noch bevor er sich medizinische Unterstützung holt, geht Tony Martin zu seinem Teamkollegen Stybar und gratuliert ihm zum Sieg.

Update 19:00 Uhr: Inzwischen hat sich der Verdacht leider bestätigt. Tony Martin hat sich das Schlüsselbein gebrochen.



Endresultat Etappe 6 Tour de France 2015

[easytable th=“0″]

1.,Zdenek Stybar,Etixx-QuickStep,04:53:46

2.,Peter Sagan,Tinkoff-Saxo,00:00:02



3.,Bryan Coquard,Europcar,

4.,John Degenkolb,Giant-Alpecin,

5.,Greg van Avermaet,BMC,



6.,Tony Gallopin,Lotto-Soudal,

7.,Evald Boasson Hagen,MTN-Qhubeka,

8.,Davide Cimolai,Lampre-Merida,



9.,Julien Simon,Cofidis,

10.,Gorka Izagirre,Movistar,

[/easytable]


Stichworte:NewsTony MartinTour de France

Über Michael Faiß

Michael Faiß hat in München Englisch und Geschichte studiert. Nach einem einjährigen Aufenthalt in England arbeitete er als Übersetzer unter anderem für das Magazin Procycling und das Degen Mediahouse. Außerdem ist er seit der Kindheit passionierter Radfahrer und –schrauber und fühlt sich vor allem abseits der asphaltierten Wege zuhause.

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